Den richtigen Pflegedienst finden

Hilfe bei der Körperpflege, im Haushalt und in medizinischen Dingen: Wer einen Pflegedienst engagieren will, muss vorher genau wissen, welche Leistungen er braucht. (Foto: M. Dörr/Fotolia)
Hilfe bei der Körperpflege, im Haushalt und in medizinischen Dingen: Wer einen Pflegedienst engagieren will, muss vorher genau wissen, welche Leistungen er braucht. (Foto: M. Dörr/Fotolia)

Wer mobile Helfer engagieren will, sollte Angebote vergleichen.

(dbp/spo) Es kann ganz plötzlich passieren, etwa durch einen Unfall. Oder aber schleichend, durch Krankheit und steigendes Alter. Wird ein Mensch pflegebedürftig, will der Alltag neu organisiert werden – ein guter Pflegedienst muss also her. Wer sich auf die Suche macht, sollte vorher einige Fragen klären. Die Wichtigste: In welchen Situationen wird eigentlich Hilfe gebraucht?

Wer Zuschüsse aus der Pflegeversicherung beantragt, wird in der Regel bei einem Hausbesuch vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) überprüft. Dieser stellt fest, ob der Pflegebedürftige in eine Pflegestufe fällt oder in seiner Alltagskompetenz eingeschränkt ist. Seit der Pflegereform haben nämlich auch Menschen ohne Pflegestufe, die etwa durch eine Demenz geistig eingeschränkt sind, Anspruch auf Sachleistungen durch einen Pflegedienst. Das Gutachten, das der MDK nach der Prüfung anfertigt, gibt wichtige Hinweise, welche Leistungen gebraucht werden.

Wie oft wird Hilfe benötigt?

Gerade bei grundpflegerischen Dingen wie etwa Waschen und Anziehen können oft auch Angehörige helfen – vielleicht aber nicht zu jeder Uhrzeit. Bevor Pflegedienste kontaktiert werden, sollten sich die Betroffenen also im Klaren sein, wann und wie oft eine Pflegekraft vorbeikommen soll. Zwei, dreimal die Woche oder täglich? Direkt am Morgen oder lieber nachmittags, wenn kein Angehöriger Zeit hat? Und: Was ist mit den Wochenenden?

Seit der Pflegereform gibt es auch die Möglichkeit, den Pflegedienst für Betreuungsleistungen wie Spazierengehen oder Vorlesen zu engagieren. Die Zuschüsse aus der Pflegeversicherung können so ganz unterschiedliche Leistungen abdecken. Alles, was darüber hinaus gewünscht wird, muss aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Ein Kostenvoranschlag bringt Klarheit

Eine Adressliste der Pflegedienste in der Region gibt es bei den Pflegekassen oder Pflegestützpunkten. Vielleicht haben aber auch Freunde, Bekannte oder Nachbarn schon Erfahrungen gemacht und können Namen und Tipps weitergeben.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, von mehreren Diensten Angebote einzuholen, denn so können Preise und Leistungen verglichen werden. Pflegedienste, die in die engere Auswahl kommen, sollten laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen möglichst kostenlos bei einem Hausbesuch über ihre Leistungen informieren. Im persönlichen Gespräch wird auch schnell klar, ob man sich sympathisch ist oder nicht. Wer sich einen Kostenvoranschlag erstellen lässt, weiß Bescheid, ob die beantragten Zuschüsse für die gewünschten Leistungen ausreichen oder nicht.

Neben den Kosten sind aber noch andere Kriterien wichtig. Zum Beispiel, wie oft die Pflegepersonen in der Woche wechseln oder ob es einen festen Ansprechpartner für Wünsche und Kritik gibt. Die Verbraucherzentralen raten darüber hinaus, nach einigen Monaten Bilanz zu ziehen, ob der gewählte Pflegedienst zufriedenstellend arbeitet. Tauchen dauerhaft Probleme auf, sollte man sich nicht scheuen, zu wechseln.