Den Menschen durchleuchten

Die Radiologie ist heute unverzichtbarer Teil der medizinischen Diagnostik. (Foto: Fotolia / Werner Heiber)
Die Radiologie ist heute unverzichtbarer Teil der medizinischen Diagnostik. (Foto: Fotolia / Werner Heiber)

Radiologen diagnostizieren und behandeln Erkrankungen mit modernster Technik.

(dbp/fru) Seit jeher hatten Mediziner den Wunsch, tief in den menschlichen Körper hineinzublicken, um den Verlauf von Krankheiten besser verstehen und behandeln zu können. 1895 gelang es dem Physiker Wilhelm Conrad Röntgen erstmals, mittels Strahlung das menschliche Knochengerüst in Grautönen abzubilden – eine Revolution in der damaligen Medizin und der Startschuss für die Erfolgsgeschichte des medizinischen Teilgebiets der Radiologie.

Röntgenstrahlen sind für das menschliche Auge unsichtbar, weil ihre Wellenlänge unterhalb unseres Sichtspektrums liegt. Jedoch hinterlassen sie auf Fotoplatten eine schwarze Färbung. Je nachdem, wie dicht der Stoff war, den sie zuvor durchdrungen haben, wird diese Färbung zu Graustufen abgeschwächt – je dichter also das Körpergewebe, desto heller erscheint es im Bild.

Wichtiger Beitrag zur Diagnostik

Radiologen sind heutzutage wichtiger Bestandteil in der diagnostischen Kette und entscheidend für die weiteren Behandlungsschritte, die oft von anderen Fachärzten eingeleitet oder weitergeführt werden. Daher müssen sich Radiologen mit allen Körperregionen und Krankheitsbildern gut auskennen. Es gibt heutzutage in der Radiologie aber auch einige Spezialisierungsmöglichkeiten und es haben sich aus ihr sogar eigene „Tochterdisziplinen“ herauskristallisiert. Zu diesen Disziplinen gehören die Strahlentherapie, welche mit energiereicher Strahlung gezielt Tumorgewebe zerstört, sowie die Nuklearmedizin.

Einen sehr jungen Tätigkeitsschwerpunkt stellt z. B. die interventionelle Radiologie dar. Der Diagnostiker wird hier auch zum Therapeuten. „Interventionelle Radiologen nutzen ihr Fachwissen, um eine große Bandbreite von Krankheiten zu behandeln. Durch die Verbindung ihres Wissens im Bereich bildgebende Diagnostik und ihren manuellen Fertigkeiten können sie bildgesteuerte Behandlungsmethoden durchführen, die in vielen Fällen chirurgische Eingriffe ersetzen können und den Patienten einem geringeren Risiko, weniger Schmerzen und einer kürzeren Konvaleszenz aussetzen“, erklärt die Europäische Gesellschaft für kardiovaskuläre und interventionelle Radiologie (CIRSE).

Die Dosis macht`s

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kinderradiologie. Die Organe eines Kindes reagieren empfindlicher auf Bestrahlung, als die eines Erwachsenen. Deshalb gilt dem Strahlenschutz bei Kindern besonderes Augenmerk. Insgesamt lautet das Ziel in der Radiologie sowieso, die Strahlendosis so gering wie möglich zu halten. Denn anders als Licht, können z. B. Röntgenstrahlen chemische Bindungen verändern, weil sie energiereicher sind.

Im schlimmsten Fall können die bestrahlten Zellen sogar absterben oder in ihrer DNA verändert werden, wenn eine bestimmte Dosis überschritten wird. Um dieses Risiko zu umgehen, sind je nach Zelltyp so genannte Schwellendosen festgesetzt. Haut, Muskulatur und Knochen sind zum Beispiel relativ unempfindlich. Darm oder Lunge hingegen haben eine vergleichsweise geringe Strahlentoleranz. Das Röntgen während der Schwangerschaft sollte deshalb komplett vermieden oder nur auf lebensbedrohliche und akute Notfälle beschränkt bleiben.

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