Den Kloß im Hals vom HNO-Arzt untersuchen lassen

Ein dauerhaftes Fremdkörpergefühl im Hals nennt man Globus-Syndrom. (Foto: absolutimages / Fotolia)
Ein dauerhaftes Fremdkörpergefühl im Hals nennt man Globus-Syndrom. (Foto: absolutimages / Fotolia)

(dbp/auh) Wer tatsächlich und nicht nur metaphorisch einen „Kloß im Hals“ spürt, leidet womöglich unter dem sogenannten Globus-Syndrom.

Das beständige Gefühl, einen hartnäckigen Fremdkörper im Hals zu haben, kann zahlreiche verschiedene Ursachen haben, teilt Dr. Uso Walter mit, Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzwerks HNOnet-NRW.

„Außenstehende können sich meist nicht vorstellen, wie verzweifelt Betroffene durch die Erkrankung sind“, erklärt der Duisburger HNO-Arzt. „Manche haben Angst zu ersticken und fühlen sich gestresst und überreizt. Zudem leiden sie oft unter dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.“ Ängstliche Personen haben oft den Verdacht, sei könnten einen Tumor haben.

Um die Beschwerden effektiv zu behandeln, sollte ein HNO-Arzt die Ursache klären, rät Dr. Walter. Mithilfe einer Endoskopie, also einer Spiegelung, von tiefem Rachen und Kehlkopf können Entzündungen, Schwellungen oder Geschwülste entdeckt werden. Auch die sogenannte Refluxerkrankung – also wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt – kann aufgrund entzündlicher Stellen im Kehlkopfbereich auf diese Weise diagnostiziert werden. Seltener sind Kloßgefühle durch Vergrößerungen von Schilddrüse oder Halslymphknoten, die im Ultraschall sichtbar werden.

Die mit Abstand häufigste Ursache für ein Kloßgefühl ist aber die Trockenheit der Rachenschleimhaut, zum Beispiel nach Infekten, durch trockene Luft oder Medikamente. Besonders gefährdet seien Bluthochdruckpatienten, die Medikamente nehmen müssen. „Bei ihnen tritt vermehrt eine Schleimhauttrockenheit auf. Die Trockenheit der Schleimhäute führt dazu, dass der normale Schleim nicht richtig abtransportiert wird und im Rachen hängen bleibt, was ein unangenehmes Kratzen zur Folge hat.“ Ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch Trinken, Gurgeln und Inhalieren verschaffe in diesem Fall Linderung. Weitere Informationen unter www.hnonet-nrw.de.