Den Füßen mehr Beachtung schenken

Fußprobleme nicht ignorieren! Wer zum Beispiel immer kalte Füße hat, sollte der Ursache auf den Grund gehen. (Foto: Arve Bettum / Fotolia)
Fußprobleme nicht ignorieren! Wer zum Beispiel immer kalte Füße hat, sollte der Ursache auf den Grund gehen. (Foto: Arve Bettum / Fotolia)

Fußprobleme werden oft nicht ernst genommen oder zu spät bemerkt

(dbp/auh) „Fußbeschwerden sind fast immer vermeidbar, wenn die Betroffenen ihren Füßen und ihrer Fußgesundheit mehr Beachtung schenken würden.“ Dieser Satz, mit dem die Krankenkasse AOK ihre Patienteninformationen zum Thema „Gut zu Fuß“ einleitet, beschreibt genau das Dilemma mit der Fußgesundheit: Obwohl die Füße für die Lebensqualität und die Gesamtgesundheit von enormer Bedeutung sind, werden sie von den meisten Menschen stark vernachlässigt. Das ist aus mehreren Gründen problematisch.

Zum einen, weil Fußprobleme erste Anzeichen für eine ganze Reihe von ernsthaften Erkrankungen und Störungen sein können. Früh erkannt, sind belastende Spätfolgen häufig vermeidbar. Zum anderen aber auch, weil gerade die fehlende Empfindsamkeit an den Füßen schon krankhaft sein kann: Neuropathie ist ein häufiges Symptom der Zuckerkrankheit. Zwei Drittel aller Patienten mit Diabetes leiden an dieser Nervenschädigung, so der aktuelle „Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes“, der jährlich von der Deutschen Diabetes-Hilfe (diabetesDE) herausgegeben wird.

Diabetiker besonders gefährdet

Nach Angaben der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) werden etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland wegen Diabetes behandelt. Hinzu kommen etwa zwei bis fünf Millionen, bei denen der Diabetes bislang noch nicht erkannt wurde. Mit ihrer Kampagne „Hören Sie auf Ihre Füße“ rufen die Experten dazu auf, den Füßen mehr Beachtung zu schenken. Denn schon in den Vorstadien eines Diabetes könne sich eine diabetische Neuropathie entwickeln, „nämlich bei 13 Prozent aller Menschen mit einer gestörten und bei immerhin sieben Prozent aller Menschen mit einer völlig normalen Zuckerverwertung“, so die DDS.

Kalte Füße sind Warnsignal

Ein häufiges Symptom der diabetischen Neuropathie ist ein gestörtes Temperaturempfinden. Es kann sich dadurch äußern, dass man irrtümlicherweise annimmt, immer kalte Füße zu haben. Wenn man dann aber mit den Händen die Füße berührt, fühlen sie sich gar nicht kalt an. Dr. Hermann Kummer, Apotheker aus dem Landkreis Schweinfurt, verweist auf ein Prüfinstrument aus der Apotheke, mit dem man den Temperatursinn selbst kontrollieren könne. Auch stechende Schmerzen, brennendes Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Unempfindlichkeit können auf eine diabetische Neuropathie hinweisen.

Wer wirklich ständig, auch im Sommer, unter kalten Füßen leidet, sollte ebenfalls einen Arzt aufsuchen, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Mögliche Ursachen sind arterielle Durchblutungsstörungen, eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch ein Nährstoffmangel.

Bei Problemen zum Experten gehen

Wer seinen Füßen mehr Aufmerksamkeit schenkt, kann Fußprobleme vermeiden oder frühzeitig erkennen. Gesunde Füße schmerzen und jucken nicht. Ganz wichtig ist die tägliche Pflege der Füße. Nach dem Waschen müssen die Füße, besonders die Zehenzwischenräume, gut abgetrocknet werden. Jede Veränderung an den Nägeln oder der Haut sollte Anlass sein, einen Arzt oder Podologen aufzusuchen. Wer nicht mehr so beweglich ist, dass er seine Fußsohlen betrachten kann, nimmt einen Spiegel zur Hilfe.

An Hühneraugen, tiefen Einrissen und hartnäckiger Hornhaut sollte man nicht selbst „herumoperieren“, sondern die Füße in die Hände von Experten legen.