Demenz: Ergotherapie bremst den geistigen Abbau

Eine duftende Rose regt die Sinneswahrnehmung an. (Foto: Bilderbox)
Eine duftende Rose regt die Sinneswahrnehmung an. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Eine individuell zugeschnittene Ergotherapie kann die Lebensqualität und die Stimmung von Demenzpatienten verbessern.

Außerdem bremst sie den geistigen Abbau. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).

Im Auftrag des DIMDI hatten Wissenschaftler mehrere Studien zur Wirksamkeit von Ergotherapie bei Demenz ausgewertet. Ihr Fazit: Je nach Methode kann die Ergotherapie durchaus positive Effekte erzielen. So kann zum Beispiel ein Gedächtnis- und Konzentrationstraining (kognitive Stimulation) bei leichter bis mittelschwerer Demenz den geistigen Abbau verzögern. Zudem mildere es Verhaltensauffälligkeiten wie Aggression. Kaum Effekte zeigte die kognitive Stimulation jedoch bei Patienten mit schwerer Demenz.

Die Sinne stimulieren, Fertigkeiten trainieren

Positive Effekte in allen Stadien der Demenz brachte wiederum die sogenannte sensorische Stimulation. Dabei werden mit Licht, Musik oder Duft bewusst verschiedene Sinne angesprochen. Die Methode wirkte sich unter anderem auf das Sozialverhalten aus. Lebensqualität, Stimmung und Gesundheitszustand verbesserten sich den Studien zufolge durch ein gezieltes Funktions- und Fertigkeitstraining in Kombination mit anderen Ergotherapie-Verfahren.

Die DIMDI-Wissenschaftler kamen am Ende auch zu dem Ergebnis, dass eine Ergotherapie bei Demenzpatienten die Behandlungskosten senken kann, da der medizinische und pflegerische Aufwand sinkt. Ein der untersuchten Studie gab zudem Hinweise darauf, dass Demenzkranke mithilfe von Ergotherapie bis zu eineinhalb Jahre später in ein Heim kommen.