Dem Stress aktiv begegnen

Fitness-Boxen ist ein guter Stress-Killer. Man kann sich beim Sandsacktraining gut abreagieren und angestauten Stress schnell loswerden. (Foto: Fotolia / luna)
Fitness-Boxen ist ein guter Stress-Killer. Man kann sich beim Sandsacktraining gut abreagieren und angestauten Stress schnell loswerden. (Foto: Fotolia / luna)

Sport und Bewegung reduzieren den Stresslevel.

(dbp/fru) Vieles von dem, was wir unter dem Begriff Stress verbuchen, ist der eigenen Lebensführung und Wahrnehmung geschuldet, aber deshalb für den einzelnen nicht weniger belastend und relevant. Das Empfinden von äußeren Stressoren ist demnach immer subjektiv. „Eine Person empfindet Stress, wenn ein Ungleichgewicht zwischen den an sie gestellten Anforderungen und den persönlichen Möglichkeiten und Ressourcen in der Umgebung entsteht, um diese Anforderungen zu bewältigen“, erklären die „Neurologen und Psychiater im Netz“. An sich ist Stress zunächst gar nicht schlecht oder gefährlich. Er gehört zu unserem Leben und gibt uns den nötigen Antrieb. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Stress nicht überhandnimmt. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig für einen Ausgleich zu sorgen und auch regelmäßig Entspannungsphasen in den Alltag einzubauen.

Auspowern gegen den Stress

Wer dauerhaft unter Stress steht, wird irgendwann krank. Wie man es schafft, sich zwischen den Stressphasen Entspannung zu verschaffen, ist für jeden Menschen je nach Lebenssituation und Lebensstil durchaus verschieden. Für den einen kommen eher Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Muskelrelaxation infrage, für den anderen ist Sport und Bewegung genau das Richtige. Denn alles, was Freude macht, beugt Stress vor.

Dass Sporttreiben gut für die Bewältigung von Stress ist, ist zwar überall zu hören und zu lesen, wissenschaftliche Nachweise für die Richtigkeit dieser Annahme sind aber nur ansatzweise geliefert, heißt es auf den Seiten des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Deshalb führt der Arbeitsbereich Sportpsychologie seit September 2011 ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt durch, um zu klären, inwieweit Sport und Bewegung die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von chronischem Stress tatsächlich abmildern können: „Erste Ergebnisse zeigen, dass die Teilnahme an einem 12-wöchigen Sportprogramm die physiologische Stressreaktion verringert und sich positiv auf die Gesundheit sowie psychosoziale Ressourcen auswirkt.“

Wenn der Sport selbst zum Stressor wird          

Aber Achtung: Der Sport selbst kann ebenfalls Stress verursachen. Professor Jens Kleinert, Sportpsychologe und Leiter des Psychologischen Instituts der Deutschen Sporthochschule Köln weist darauf hin, dass gerade im Spitzen- und Nachwuchsleistungssport junge Sportlerinnen und Sportler einem enormen Druck bezüglich der geforderten sportlichen Leistung ausgesetzt sind. Auch weitere Stressfaktoren durch Anforderungen der Schule und durch Probleme mit Familie und Freunden kämen dazu. Aufgrund ihres straffen schulischen und sportlichen Terminkalenders haben die jungen Top-Athletinnen und -Athleten außerdem kaum noch Zeit für sich und können ihren Alltag nur wenig selbst bestimmen.

In Nordrhein-Westfalen würden deshalb junge Sportler z. B. durch die Initiative „mentaltalent“ aufgefangen, die von der Sportstiftung NRW, unterstützt wird. Hier kümmert sich ein Netzwerk aus 20 Sportpsychologen maßgeblich um die Förderung der mentalen Gesundheit der jungen Sportler. Sie unterstützen diese z. B. in Form von Workshops im Umgang mit Stress sowie der Persönlichkeitsentwicklung.