Das verbliebene Sehvermögen retten

Ein Glaukom wird i. d. R. mit Augentropfen behandelt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch auch eine Operation angeraten. (Foto: Fotolia / Mediteraneo)
Ein Glaukom wird i. d. R. mit Augentropfen behandelt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch auch eine Operation angeraten. (Foto: Fotolia / Mediteraneo)

Beim Glaukom muss der Augeninnendruck gesenkt werden.

(dbp/fru) Viele Menschen, insbesondere Ältere, leiden bereits an einem Glaukom, ohne es zu merken. „In Deutschland leben etwa fünf Millionen Menschen mit einem Glaukomrisiko und rund 800.000 Menschen sind bereits manifest erkrankt“, teilt der Initiativkreis zur Glaukom-Früherkennung auf seinen Internetseiten mit. Die im Volksmund auch „Grüner Star“ genannte Augenerkrankung entsteht durch den Verlust von Nervenzellen der Netzhaut und der dazu gehörigen Nervenfasern des Sehnervs.

Häufigste Ursache für Erblindung

Der Grüne Star verursacht keine Schmerzen. Wenn die Krankheit sich dann schließlich so weit entwickelt hat, dass der Betroffene selbst die Einschränkung seines Sehvermögens bemerkt, ist die Schädigung des Sehnervs schon weit fortgeschritten. Eine frühe Diagnose ist also enorm wichtig. Denn Schäden, die schon entstanden sind, können nicht mehr behoben werden. Lediglich der Rest an Sehvermögen, der noch vorhanden ist, kann gerettet werden. Der Grüne Star gehört in den Industrienationen zu den häufigsten Erblindungsursachen. Die gute Nachricht: Ist die Krankheit einmal erkannt, ist sie gut zu behandeln.

Die Ursache des Glaukoms ist in den meisten Fällen ein erhöhter Augeninnendruck. Der Druck im Inneren des Auges ist nötig, um das Auge in seiner runden Form zu halten. Das Auge reguliert diesen Druck, indem es Kammerwasser produziert, das auch wieder aus dem Auge abfließt. Kann das Auge diesen Druck aber nicht mehr regulieren und steigt er zu sehr an, kann er den Sehnerv schädigen. Aber auch Durchblutungsstörungen des Sehnervs und der Netzhaut können Auslöser des Glaukoms sein.

Verschiedene Operationsmethoden

In der Regel wird versucht, ein Glaukom mit Augentropfen zu behandeln. Es gibt jedoch auch gute Gründe operative Behandlungsmethoden zu wählen: Das kann zum einen an den Tropfen liegen, weil damit die nötige Drucksenkung nicht möglich ist oder die Tropfen einfach nicht vertragen werden. Aber auch z. B. an den Patienten selbst, bei denen Begleiterkrankungen eine regelmäßige Tropfenanwendung nicht erlauben.

Druckdifferenzen zwischen der vorderen und hinteren Augenkammer können mit der sogenannten Laseriridotomie ausgeglichen werden, indem mit einem Laser ein kleines Loch in die Regenbogenhaut gestanzt wird, erklärt der Initiativkreis zur Glaukom-Früherkennung. Mit einer Trabekulektomie wird dagegen für das Kammerwasser ein komplett neuer Abfluss geschaffen. Sie gilt immer noch als “Goldstandard” der Glaukom-Chirurgie. Eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses kann auch mit einer Lasertrabekuloplastik erreicht werden. Dieses Verfahren kann auch mehrfach wiederholt werden. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und ist für den Patienten meist schmerzfrei.

Wenn keine große Drucksenkung nötig ist, kann anhand der mikroinvasiven Glaukom-Chirurgie (MIGS) der Abfluss des Kammerwassers verbessert werden. Ähnlich wie ein Stent in den Herzkranzgefäßen dazu dient, den Blutfluss an verengten Stellen zu verbessern, bewirkt bei dieser Methode ein kleiner eingesetzter Stent einen schnelleren Durchstrom von Augenflüssigkeit. Eine recht neue Methode, um den Abfluss des Kammerwassers zu gewährleisten, ist die „360 Grad-Kanaloplastik“. Hier wird im Unterschied zur Trabekulektomie der sogenannte Schlemmsche Kanal mit einem Mikrokatheter erweitert, der rund um die Iris verläuft, daher der Namenszusatz “360 Grad”. Es fehlen hier jedoch Langzeitstudien.

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