Das unsägliche Sägen

Das lauteste Schnarchgeräusch der Welt hat mit 111 Dezibel tatsächlich die Lautstärke einer Motorsäge. (Foto: dieter76 / Fotolia)
Das lauteste Schnarchgeräusch der Welt hat mit 111 Dezibel tatsächlich die Lautstärke einer Motorsäge. (Foto: dieter76 / Fotolia)

Schnarchen kann nicht nur besonders lästig, sondern auch gesundheitsschädlich sein.

(dbp/fru) In manchen Fällen soll Schnarchen bei verheirateten Paaren sogar zur Scheidung geführt haben, mindestens aber zu getrennten Schlafzimmern. Sogar zwischen Mietparteien mussten Gerichte schon schlichten, weil sich die einen über zu laute Schnarchgeräusche des Nachbars beschwert haben. Dabei bekommen die Schnarchenden ihr eigenes „Sägen“ oft überhaupt nicht mit. Das ist spätestens dann ein ernstes Problem, wenn das Schnarchen ein erstes Anzeichen für krankhafte Atemstörungen wie die sogenannte obstruktive Schlafapnoe ist.

Schnarchen kann verschiedene Ursachen haben

Mit zunehmendem Alter wird auch das Schnarchen häufiger. Die Schnarchtöne entstehen übrigens im Rachen, wenn die Atemwege verengt sind und sich die Strömungsgeschwindigkeit der ein- und ausgeatmeten Luft erhöht, erklärt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen- und Ohrenärzte auf seinen Internetseiten. Das führt dazu, dass sich zunächst der Luftdruck im Rachenraum vermindert. Und das lässt im Verbund mit einer erschlafften Muskulatur die weichen Gewebe des Mund- und Rachenraumes im Luftstrom flattern.

Verengte Atemwege und dadurch bedingte Schnarchgeräusche können Folge von Erkältungen sein oder von Schnupfen mit angeschwollenen Nasenschleimhäuten, akuten Nasennebenhöhlenentzündungen aber auch von allergischen Reaktionen. Bei krankhaftem Schnarchen als Folge der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe sind die Ursachen eher anatomischer Art. Dazu gehören laut HNO-Ärzten z. B. ein zu kleiner oder ein nach hinten fallender Unterkiefer, vergrößerte Rachenmandeln oder eine vergrößerte Zunge, ein verlängerter weicher Gaumen mit vergrößertem Zäpfchen, erschlaffte Rachenwände sowie Nasenpolypen, chronische Entzündungen der Nasenhaupt- und -nebenhöhlen, vergrößerte Nasenmuscheln oder eine verformte Nasenscheidewand.

Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapiemethoden richten sich nach der Schwere der Grunderkrankung und reichen von einer besseren „Schalfhygiene“ bis hin zu Operationen. Mit guter Schlafhygiene sind Maßnahmen gemeint, die jeder in seinem Schlafzimmer selbst herbeiführen kann. Dazu gehören z. B. ein gut gelüfteter Schlafraum mit eher kühlem Raumklima (zwischen 14 und 18 Grad Celsius), das Schlafen in Seitenlage oder auch allabendlicher Alkoholverzicht. Denn Alkohol entspannt auch die Atemmuskeln und kann dazu führen, dass diese noch mehr erschlaffen. Ein ebenfalls wichtiger Faktor, den man selbst beeinflussen kann ist das Gewicht. Übergewicht beeinträchtigt nämlich die Durchlässigkeit der Atemwege.

Des Weiteren kommen auch apparative Lösungen infrage. Beispielsweise liefert die Überdruckbeatmung (CPAP-Maske) sehr gute Ergebnisse. Allerdings muss die entsprechende Maske die ganze Nacht vom Patienten getragen werden, was manche als sehr unangenehm empfinden. Bei leicht- bis mittelgradiger Schlafapnoe können laut Deutscher Gesellschaft für Zahnärztliche Schlafmedizin auch Zahnschienen eine Lösung sein. Diese werden nach den individuellen Gebissabdrücken hergestellt und ähnlich wie eine Zahnspange getragen, um während des Schlafs den Atemweg im Rachen geöffnet zu halten.

Bei anatomischen Atemhindernissen sind Operationen eine Behandlungsoption. Mit ihrer Hilfe lassen sich z. B. Behinderungen in den Atemwegen beseitigen sowie erschlaffte Gewebe straffen.