Das Sauberkeitsbedürfnis von Babys unterstützen

Ein Leben ohne Windeln. Mit der Windelfrei-Methode sind Babys mit durchschnittlich 2 Jahren trocken. (Foto: Fotolia / ISO K° - photography)
Ein Leben ohne Windeln. Mit der Windelfrei-Methode sind Babys mit durchschnittlich 2 Jahren trocken. (Foto: Fotolia / ISO K° - photography)

Die Windelfrei-Methode stärkt Baby`s Selbstbewusstsein und die Eltern-Kind-Bindung.

(dbp/fru) Würden Sie täglich freiwillig in Ihren Exkrementen sitzen? Nein? Aber genau das wird Babys täglich millionenfach zugemutet. Durch das Anziehen von Windeln nimmt man ihnen ein Stück Körpergefühl und unterdrückt den natürlich angeborenen Instinkt, sich mitzuteilen, wenn sie mal müssen. Mit der Windelfrei-Methode versuchen Eltern, ihren Babys diese Freiheit zu lassen, indem sie teilweise oder ganz auf Windeln verzichten und somit nebenbei das Selbstbewusstsein der Kinder sowie die Eltern-Kind-Bindung stärken.

„Ich will Windeln nicht verteufeln. Im hektischen Alltag geben Sie noch die ein oder andere Sicherheit, insbesondere, wenn man unterwegs ist, oder das Kind bei der Tagesmutter verweilt und diese mit der Handhabung nicht vertraut ist“, sagt Hanna S., die die Windelfrei-Methode seit der Geburt Ihres Sohnes praktiziert und damit sehr zufrieden ist. „Vor allem die Kommunikation mit unserem Sohn läuft super. Wir haben zudem bereits eine Menge Windeln eingespart – und damit natürlich auch bares Geld. Außerdem gibt uns das auch ein gutes Gefühl der Umwelt gegenüber, wenn wir so wenig wie möglich an Windeln verbrauchen“, erklärt die 28-jährige.

Am besten von Geburt an

Es ist nie zu spät, mit der Windelfrei-Methode anzufangen. Am einfachsten ist es,  direkt von Geburt an, damit zu beginnen. Es braucht nämlich etwas Zeit, bis sich die Kommunikation zwischen Eltern und Kind einpendelt und selbstverständlich wird. Laut dem Portal www.babysohnewindeln.de sind Windelfrei-Babys durchschnittlich um den zweiten Geburtstag herum trocken. Klar gibt es da auch größere individuelle Abweichungen nach oben und unten. Übrigens: Nicht die Babys müssen windelfrei lernen sondern die Eltern. Babys können es bereits von Geburt an! Denn schon lange bevor sich Kinder durch Sprache mitteilen können, äußern sie durch Mimik und Gestik ihre Wünsche und Gefühle.

Bereits Ende der 1970er Jahre fand man zufällig heraus, dass die Babys im afrikanischen Stamm der Digo mit einem halben Jahr bereits trocken waren. Diese Beobachtung zeigt deutlich, dass Sauberwerden durch Gesellschaft und Kultur bestimmt wird und nicht biologisch festgelegt ist. Durch Studien weiß man heute auch, dass Neugeborene genau signalisieren, wenn sie müssen und sie urinieren in der Regel nicht im Tiefschlaf.

Auf die Signale achten

Wenn Eltern sich dazu entschließen, mit der Windelfrei-Methode  anzufangen, sollten sie einige Grundregeln kennen. Zunächst muss man wissen, dass Babys erfahrungsgemäß nachmittags seltener als vormittags müssen. Es kann z. B. sein, dass nachmittags stundenlang nichts passiert. Hier hilft es, wenn man das individuelle Verhalten des Kindes zunächst über ein paar Tage genau beobachtet und schriftlich festhält. Babys müssen für gewöhnlich in Relation zum eigenen Still- und Schlafrhythmus, z. B. immer unmittelbar nach dem Stillen oder immer nach dem Schlafen oder ungefähr jede halbe Stunde. Man sollte deshalb auch genau beobachten, ob es beim oder nach dem Stillen Zeichen macht, wie bestimmte Bewegungen oder einen bestimmten Gesichtsausdruck. Auch Unruhe beim Tragen kann ein Signal sein.

Die Windelfrei-Methode hat auch etliche positive Auswirkungen auf Baby`s Gesundheit. Es bekommt in der Regel weniger Windelausschlag, es ist weniger wund, hat weniger Koliken und regelmäßigen Stuhlgang. Zudem kann man einfacher Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten feststellen. „Eltern sollten sich und das Baby nicht unter Druck setzen und die Methode sollte alltagstauglich sein“, empfiehlt Hanna S.