Das Leberkrebsrisiko besser erkennen

Biomarker im Blut können ein erhöhtes Krebsrisiko signalisieren. (Foto: Bilderbox)
Biomarker im Blut können ein erhöhtes Krebsrisiko signalisieren. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, könnte zukünftig genauer ermittelt werden.

Vier „neue“ Biomarker weisen den Weg: der Botenstoff Interleukin-6, das C-reaktive Protein CRP, das Hormon Adiponektin und das C-Peptid, das Rückschlüsse auf die Insulinkonzentration zulässt. Wenn diese vier Werte erhöht sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs.

So lautet zumindest die Einschätzung des Wissenschaftlerteams um Krasimira Aleksandrova und Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam sowie Tobias Pischon vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin. Die Forscher haben Daten der Langzeitbeobachtungs-Studie EPIC ausgewertet und ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Hepatology veröffentlicht.

„Eine zusätzliche Untersuchung der vier Biomarker könnte Medizinern zukünftig dabei helfen, das Leberkrebsrisiko einer Person genauer abzuschätzen als dies bislang möglich ist“, sagt Aleksandrova. „Zudem geben unsere Ergebnisse Hinweise auf die Stoffwechselvorgänge, die an einer Leberkrebsentstehung beteiligt sein können und liefern so neue Anhaltspunkte für Präventionsmaßnahmen“, ergänzt Pischon.

„Unsere Beobachtungen sprechen dafür, dass zumindest bei einem Teil der europäischen Bevölkerung übergewichtsbedingte Entzündungsreaktionen sowie ein zu hoher Insulinspiegel, der zum Beispiel bei einer beginnenden Typ-2-Diabetes-Erkrankung auftritt, an der Entstehung von Leberkrebs beteiligt sein können“, sagt Pischon.

Wie klinische Studien laut DIfE belegen, setzt insbesondere das Bauchfett den Botenstoff Interleukin-6 frei, der wiederum die Freisetzung von CRP in der Leber stimuliert. Beide Biomarker sind an Immunreaktionen des Körpers beteiligt und weisen auf Entzündungsprozesse hin, die die Leberzellen schädigen und letztendlich zur Krebsentstehung beitragen können. Der Botenstoff Insulin stimuliert dagegen die Zellvermehrung und wirkt dem natürlichen Zelltod entgegen und könnte hierdurch das Tumorwachstum fördern. Der vom Fettgewebe freigesetzte Botenstoff Adiponektin beeinflusst die Signalwirkung des Insulins auf die Leberzellen und spielt ebenso eine Rolle bei Entzündungsprozessen.