Das Gesundheitsbewusstsein stärken

Das Thema Rückengesundheit eignet sich sehr gut als Einstieg zur betrieblichen Gesundheitsförderung. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
Das Thema Rückengesundheit eignet sich sehr gut als Einstieg zur betrieblichen Gesundheitsförderung. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)

Betriebliche Gesundheitsförderung hat Vorteile für alle Beteiligten.

(dbp/fru) Der demografischen Wandel und die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre führen zu einer längeren Lebensarbeitszeit. Um diese gesund und sicher zu gestalten, ist eine frühzeitige Prävention im Betrieb besonders wichtig. „Für Arbeitgeber und Beschäftigte ergeben sich durch eine erfolgreiche Implementierung von betrieblicher Gesundheitsförderung zahlreiche Vorteile“, sagt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Arbeitgeber profitieren demnach unter anderem durch eine Sicherung der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter, durch Erhöhung der Motivation und einer Stärkung der Identifikation mit dem Unternehmen. Zudem werden Kostensenkungen durch weniger Krankheits- und Produktionsausfälle erreicht sowie eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Arbeitnehmer hingegen senken ihre gesundheitlichen Risiken, reduzieren ihre Arztbesuche und erhalten länger ihre eigene Leistungsfähigkeit. Des Weiteren erhöht sich ihre Arbeitszufriedenheit, was zu einer Verbesserung des Betriebsklimas führt.

Präventionspotenziale ausschöpfen

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Eine ihrer neueren Studien zu Risiken und Präventionspotenzialen bei der Arbeit zeigt: Erkrankungen des Herz-Kreislauf- sowie des Muskel-Skelett-Systems verursachen fast jeden dritten Ausfalltag wegen Krankheit. Besonders häufig betroffen sind Beschäftigte in manuellen Berufen und im Dienstleistungsbereich mit geringem oder mittlerem Qualifikationsniveau. So haben Metallarbeiter, Pflegekräfte, Köche sowie Lager- und Transportarbeiter eine der höchsten Ausfallquoten und gehören zu den Berufen mit dem höchsten Präventionsbedarf. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen in diesen gefährdeten Berufen ließen sich viele Erkrankungen vermeiden.

Einige Einzelberufe fallen durch ein höheres Arbeitsunfähigkeitsrisiko auf. Dazu gehören bei den Männern beispielsweise Metallarbeiter, Kunststoffverarbeiter oder Abfallbeseitiger. Bei den Frauen sind es beispielsweise Raum- und Hausratsreinigerinnen, Helferinnen in der Pflege oder Versandfertigmacherinnen. Ziel müsse es sein, die Belastungen am Arbeitsplatz für diese Berufsgruppen zu verringern, um Erkrankungen vorzubeugen, sagt die BAuA. Darüber hinaus sollte das Gesundheitsbewusstsein der einzelnen Mitarbeiter gefördert werden, zum Beispiel mit betrieblichen Kursen zu verschiedenen Themen.

Den Einstieg finden

Zunächst ist es wichtig, sich als Unternehmen überhaupt mit dem Thema „Betriebliche Gesundheitsförderung“ auseinanderzusetzen und einen Einstieg zu finden. Auch Krankenkassen sollten dabei einbezogen werden, empfiehlt das BMG: „Krankenkassen finanzieren solche Leistungen und haben Expertinnen und Experten, die Sie beraten können.“ Bei der Themenauswahl seien vor allem die Bedürfnisse des Unternehmens und der Beschäftigten entscheidend, so das BMG weiter. Als Einstiegsthemen könnten beispielsweise Rückengesundheit, Belastung durch Stress, gesunde Ernährung oder Suchtmittelkonsum dienen.