Das Gelbe vom Ei

Eier gehören zu den – im wahrsten Sinne – wertvollsten Lebensmitteln, die es gibt. (Foto: Sea Wave / Fotolia)
Eier gehören zu den – im wahrsten Sinne – wertvollsten Lebensmitteln, die es gibt. (Foto: Sea Wave / Fotolia)

Eier sind gesunde Kraftpakete, besonders im Dotter stecken wertvolle Nährstoffe

(dbp/auh) Mit Ausnahme von Vitamin C enthalten Eier alle Vitamine und Nährstoffe, die der Mensch braucht. Wertvolle Proteine und Fette stecken im Eigelb. Das Eiklar ist fett- und cholesterinfrei und enthält weniger Vitamine und Proteine als das Dotter.

Proteine

Das Besondere am Ei ist die Zusammensetzung seiner Aminosäuren (die Bausteine der Proteine), die derjenigen des menschlichen Körperproteins sehr ähnlich ist. Daher kann der Mensch das Protein aus dem Hühnerei zu fast 100 Prozent verwerten, wie der aid Infodienst in seinem Ernährungsportal www.was-wir-essen.de beschreibt.

Es gibt Aminosäuren, die von außen zugeführt werden müssen (essenzielle) und solche, die der Körper selber herstellen kann. Das Eidotter ist wahrscheinlich das einzige Lebensmittel, das alle essenziellen Aminosäuren enthält: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin.

Vitamine

Ebenfalls außergewöhnlich ist das zahlreiche Vorkommen von Vitaminen: Im Eiklar sind die wasserlöslichen B-Vitamine vorhanden, in Eigelb zusätzlich alle fettlöslichen Vitamine (A, E, D und K). Zu den B-Vitaminen zählen Folsäure (Vitamin B9), Biotin (Vitamin B7), Niacin (Vitamin B3) und Pantothensäure (Vitamin B5) – ein wahrer Gesundbrunnen.

Mineralstoffe

Komplettiert wird das Kraftpaket Ei von den Mineralstoffen Eisen, Zink, Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Natrium sowie von Jod und Schwefel. Wichtig ist auch das Lecithin, es gehört zu den Phospholipiden, die ein wichtiger Bestandteil der Gehirn- und Nervenzellen sind. Lecithin wird zu Acetylcholin umgewandelt, dem bedeutendsten Neurotransmitter des Nervensystems. Lecithin schützt außerdem die Leber und die Dickdarmschleimhaut.

Cholesterin

Wenn Eier so ungeheuer gesund sind, warum empfiehlt dann die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihren „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“, nur zwei bis drei Eier pro Woche zu essen? In dieser Menge sind sogar auch „versteckte“ Eier (in Gebäck, Nudeln, Pfannkuchen oder Aufläufen) enthalten. Der Grund für diese Empfehlung heißt Cholesterin. Eier sind tatsächlich wahre Cholesterinbömbchen: Ein mittelgroßes Ei (60 Gramm schwer) liefert rund 220 mg Cholesterin. Zum Vergleich: In 100 Gramm Fleisch stecken nur 80 mg Cholesterin.

Zwei Fakten lassen diese Empfehlung dennoch rätselhaft erschienen: Erstens wird ein erhöhter Cholesterinspiegel nicht mehr als alleiniger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen angesehen. Gefährlich wird’s, wenn andere Faktoren hinzukommen: Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Triglyzeride (mehr als 150 mg/dl).

Zweitens – und noch wichtiger: Bei gesunden Menschen lässt sich der Cholesterinspiegel im Blut nicht von der Cholesterinaufnahme beeinflussen. Wovon dann? Effektiv zur Senkung des LDL- und zur Steigerung des HDL-Cholesterins ist nach Angaben der Lipid-Liga regelmäßiger Ausdauersport (dreimal pro Woche mindestens 30 Minuten) und eine mediterrane Ernährung mit viel Fisch, Gemüse, Salat und Oliven-, Raps- oder Walnussöl.