Das eigene Entwicklungspotenzial entdecken

Mit der Feldenkrais-Methode lernt man, das eigene Bewegungspotenzial besser auszuschöpfen und sich dadurch gesünder und effizienter zu bewegen. (Foto: SFV / Charles Erik Huber)
Mit der Feldenkrais-Methode lernt man, das eigene Bewegungspotenzial besser auszuschöpfen und sich dadurch gesünder und effizienter zu bewegen. (Foto: SFV / Charles Erik Huber)

Mit Feldenkrais gesunde und effiziente Bewegungsabläufe erlernen.

(iwg/fru) Lernen ist ein Prozess, bei welchem absichtlich oder beiläufig neue Fertigkeiten erworben werden. Das schöne dabei: Lernen kann man ein Leben lang. Der israelische Physiker und Judoka Moshé Feldenkrais hat eine nach ihm benannte umfassende Methode entwickelt, bei der Lernen als Mittel aufgefasst wird, um Gebiete zu erreichen, die laut FVD Feldenkrais-Verband Deutschland üblicherweise auf anderen Wegen betreten werden: z. B. durch Entwicklung, Begabung, Therapie, Zufall oder Glück. Die Feldenkrais-Methode hilft dabei, sich über die eigenen Bewegungsabläufe und –muster bewusst zu werden und sich dadurch gesünder und effizienter zu bewegen.

Bewegung als Medium

Die Basis der Feldenkrais-Methode ist das sogenannte organische Lernen. „Damit lernen wir stehen und verstehen, gehen und sprechen, unterscheiden und uns ausdrücken, unsere Hände gebrauchen und vieles mehr“, erklärt der FVD. Organisches Lernen kann man sehr häufig bei Kindern beobachten, wenn sie ihre Möglichkeiten und Grenzen ausloten und die Welt kennen lernen. Niemand bringt z. B. einem Baby bei, wie es sich fortbewegen soll. Deshalb probiert es die verschiedensten Arten der Fortbewegung wie rutschen, robben, kriechen und krabbeln aus. Die so erarbeitete optimale Lösung für sich selbst löst bei Babys eine tiefe Befriedigung aus und motiviert sie, auch für andere Bereiche Lösungen zu suchen.

Feldenkrais macht sich diese Art des organischen Lernens systematisch zunutze. Bewegung dient dabei als Medium. „Damit können wir die Grundlagen unseres Denkens, Fühlens, Wahrnehmens und Handelns erreichen, und unser Potenzial erweitern“, heißt es auf den Internetseiten des FVD. Und es spielt keine Rolle, ob jemand krank oder gesund ist, behindert oder nicht behindert, jung oder alt. Denn ungenutztes Potenzial gibt es bei allen Menschen. Deshalb kann Feldenkrais von jedem und überall angewendet werden: z. B. am Arbeitsplatz, beim Sport, in Rehakliniken und auch in der Kunst. Für Sportler ist die Feldenkrais-Methode eine große Bereicherung. Bei vielen Sportarten können eine bessere Koordination sowie eine höhere Effizienz und Optimierung von Bewegungsabläufen erreicht werden. Die Methode wird auch zur Rehabilitation nach Verletzungen genutzt.

Gruppen- und Einzelunterricht

Die Methode wird von ausgebildeten Feldenkrais-Lehrern – den sogenannten „Practitionern“ – in Gruppen- und Einzelunterricht angeboten. In der Gruppe werden nach verbaler Anleitung durch den Practitioner Folgen von einzelnen oft kleinen, einfachen Bewegungen durchgeführt. Der Schüler achtet dabei sehr genau auf einzelne Details der Bewegung. „Häufig fügen sich die einzelnen Details zum Ende einer Lektion zu einer größeren Bewegung zusammen, die üblicherweise dadurch mit mehr Leichtigkeit und weniger Anstrengung ausgeführt werden kann“, erklärt der FVD.

Beim Einzelunterricht tritt anstelle der verbalen Anweisung körperliche Kommunikation. Leichte, präzise Berührungen ermöglichen das Erspüren von Bewegungszusammenhängen und das effizientere Zusammenspiel der an einer Bewegung beteiligten Einzelkomponenten. Die Wirksamkeit der Feldenkrais-Methode ist bislang nur in der Komplementärmedizin anerkannt. Die Leistungen der Feldenkrais-Practitioner werden daher in der Regel nicht von den Krankenkassen erstattet.