Das Dengue-Fieber breitet sich aus

In Bangkok ist das Ansteckungsrisiko mit dem Dengue-Virus von Mai bis Oktober besonders groß. (Foto: santiphoto / Fotolia)
In Bangkok ist das Ansteckungsrisiko mit dem Dengue-Virus von Mai bis Oktober besonders groß. (Foto: santiphoto / Fotolia)

Etwa 600 Deutsche bringen die Infektion jedes Jahr aus dem Urlaub mit

(dbp/auh) Wer mit grippeähnlichen Symptomen aus dem Urlaub zurückkehrt, denkt oft, er habe sich im Flugzeug erkältet. Kann sein. Kann aber auch Dengue-Fieber sein, die häufigste Virus-Erkrankung, die von Mücken übertragen wird. Die Infektion zählt außerdem zu den häufigsten Erkrankungen, die deutsche Touristen aus Asien, Afrika und Lateinamerika mit nach Hause bringen. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Mückenschutz ist der beste Schutz.

Hohe Dunkelziffer

Die Erkrankungszahlen steigen weltweit deutlich an. In der West-Pazifik-Region hat sich die Zahl der Infektionen innerhalb von zehn Jahren etwa verdoppelt – in Deutschland fast verzehnfacht, von 60 im Jahr 2001 bis 595 im Jahr 2010. Experten gehen trotz der Meldepflicht von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da die Krankheit oft nicht erkannt wird. Sie heilt bei normalem Verlauf von allein aus. Bisher hat sich erst einer der in Deutschland gemeldeten Dengue-Fieber-Infizierten in Europa (Kroatien) angesteckt, mehr als 40 Prozent der Deutschen, die Dengue-Fieber mitbrachten, wurden in Südostasien infiziert, zum Beispiel in Thailand.

Das Dengue-Fieber wird von bestimmten Mückenarten der Gattung Aedes übertragen. Eine davon, die Asiatische Tigermücke (Aedes albopticus), breitet sich seit etwa 20 Jahren auch in Europa und Nordamerika aus. Im vergangenen Jahr gab es auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira den größten Dengue-Fieber-Ausbruch in Europa seit fast hundert Jahren. 2010 hatte es Infektionen in Südfrankreich gegeben. In Italien ist die Asiatische Tigermücke bereits heimisch.

Wichtig: Mückenschutz

Auch wenn Experten das Dengue-Virus zu den sich am schnellsten ausbreitenden Erregern weltweit zählen: Angst vor Mückenstichen in heimischen Gefilden muss man (noch) nicht haben. In tropischen Ländern aber sollte man sich vor den Stechinsekten schützen – Tag und Nacht.

Zwei bis zehn Tage nach der Virusübertragung per Mückenstich kommt es in den meisten Fällen zu Grippesymptomen. Kennzeichnend sind Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Muskelschmerzen können dabei so ausgeprägt sein, dass sich der Patient kaum bewegen kann. Dengue-Fieber wird daher im Volksmund auch als Knochenbrecher-Fieber bezeichnet.

In seltenen Fällen kommen innere Blutungen hinzu. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann das „Hämorrhagische Denguefieber“ (DHF) oder das Dengue-Schock-Syndrom (DSS) auftreten. Beide sind lebensgefährlich.

Vier Serotypen des Dengue-Virus sind bekannt. Bisher gibt es keine Medikamente gegen diese Viren, deshalb können lediglich die Symptome behandelt werden. Ein Impfstoff befindet sich allerdings in der Entwicklung. Er soll im Jahr 2015 auf den europäischen Markt kommen.

Der beste Schutz gegen Dengue-Fieber ist nach wie vor der Schutz vor Mückenstichen. Mückenabwehrmittel (Repellents), langärmlige Kleidung und Moskitonetze sollten daher zur Grundausstattung jedes Tropenbesuchers gehören, insbesondere Städtereisende dürfen sich nicht sicher fühlen. Denn vor allem in den Großstädten Südostasiens finden die Mücken ideale Lebensbedingungen. Tipp: Die Repellents nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Kleidung und die Moskitonetze auftragen.

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