Das biochemische Ungleichgewicht beseitigen

In der Orthomolekularen Medizin wird eine deutlich höhere Vitamin C-Dosis empfohlen, als über die Nahrung (z. B. durch Obst und Gemüse) aufgenommen werden kann. (Foto: Fotolia / Yulia Furman)
In der Orthomolekularen Medizin wird eine deutlich höhere Vitamin C-Dosis empfohlen, als über die Nahrung (z. B. durch Obst und Gemüse) aufgenommen werden kann. (Foto: Fotolia / Yulia Furman)

Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der Konzentration von Vitalstoffen im Körper

(dbp/fru) In der orthomolekularen Medizin geht man davon aus, dass sich die Menschen nicht mehr ausreichend mit so genannten Vitalstoffen (z. B. Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, essentielle Fettsäuren und Aminosäuren) versorgen können. Daran schuld sollen hauptsächlich die heutigen Lebensmittel sein, die aufgrund von unnatürlicher Züchtung, Transport, Lagerung oder Zubereitung nur noch einen Bruchteil der ursprünglich vorhandenen Stoffe enthalten sollen. Aber auch unser ungesunder Lebensstil (z. B. Alkohol- und Tabakkonsum) soll zu diesem biochemischen Ungleichgewicht beitragen. Diesen vermeintlich entstandenen Mangel versucht man in der orthomolekularen Medizin durch eine Zufuhr von verschiedensten Nahrungsergänzungsmitteln zu beheben.

Körpereigene Vitalstoffe stehen im Vordergrund

Die orthomolekulare Medizin ist nach dessen Begründer und Nobelpreisträger Linus Pauling „die Erhaltung guter Gesundheit und Behandlung von Krankheiten durch die Veränderung der Konzentrationen von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Orthomolekular-Medizin (DGOM) auf ihren Internetseiten.

Bei dieser alternativen Heilmethode werden körpereigene Vitalstoffe als für den Körper verträglicher, risikoloser und heilsamer angesehen als körperfremde Stoffe wie Pflanzenextrakte, Heilkräuter oder synthetische Medikamente. Die meisten Vitalstoffe werden bei der orthomolekularen Medizin deutlich höher dosiert als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.

Beispiel Vitamin C

Laut DGOM ist Vitamin C ein normaler, lebensnotwendiger Körperbestandteil: „Es ist im Grunde an allen biochemischen Reaktionen und Schutzmechanismen des Körpers beteiligt. Mit der „offiziell“ täglich empfohlenen Aufnahme von 100 Milligramm arbeiten diese aber nicht effizient.“ Daher sei für ein starkes Immunsystem und höheren Schutz vor diversen Krankheiten eine deutlich höhere Dosierung notwendig.

Kritiker der orthomolekularen Medizin entgegnen, dass es in Deutschland keine Mangelversorgung mit Nähr- und Vitalstoffen gäbe und diese in ausreichender Menge durch die Nahrung aufgenommen werden könnten. Eine Überdosierung der eingesetzten Vitalstoffe wie sie in der Orthomolekularmedizin praktiziert wird, könne ihrer Meinung nach sogar zu Gesundheitsschäden führen. Und zudem könnten medizinische Studien bezüglich der Wirksamkeit der Methode keine positiven Effekte liefern. Aber wie bei allen alternativen Heilmethoden gilt für die Befürworter auch hier: „Wer heilt, hat Recht.“