Darmkrebs: Immunologische Stuhltests sind zuverlässiger

Stuhltests sind ein gängiges Mittel zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs. (Foto: DOC RABE Media/Fotolia)
Stuhltests sind ein gängiges Mittel zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs. (Foto: DOC RABE Media/Fotolia)

(dbp/spo) Tests auf verborgenes Blut im Stuhl geben wichtige Hinweise auf eine Krebserkrankung im Darm oder auf Krebsvorstufen. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun verschiedene Tests miteinander verglichen und herausgefunden: Immunologische Stuhltests spüren doppelt so viele Krebsfälle auf wie herkömmliche.

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 50 Jahren Anspruch auf einen Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung, die Krankenkassen bezahlen derzeit aber nur einen herkömmlichen Test. Die DKFZ-Wissenschaftler um Professor Hermann Brenner haben die Treffsicherheit beider Varianten in einer groß angelegten Studie unter die Lupe genommen. 2235 Probanden hatten dafür vor ihrer Vorsorge-Darmspiegelung Stuhlproben abgegeben, die mit beiden Stuhltests untersucht wurden; die Ergebnisse wurden dann mit jenen der Darmspiegelung verglichen, die als die derzeit zuverlässigste Früherkennungsmethode gilt.

Weniger falsch-positive Ergebnisse

Während der herkömmliche Test ein Drittel aller Krebsfälle, fünf Prozent der frühen und neun Prozent der fortgeschrittenen Vorstufen (Adenome) erkannte, zeigten die drei untersuchten immunologischen Tests im Schnitt fast zwei Drittel der Krebsfälle auf und rund dreimal so viele fortgeschrittene Vorstufen. Ein weiteres Plus für die immunologischen Tests: Die Zahl der falsch-positiven Ergebnisse, also jener, bei denen sich der Krebsverdacht als falsch herausstellte, war deutlich geringer.

Professor Brenner hofft nun, dass die offensichtlich zuverlässigeren immunologischen Tests in das deutsche Früherkennungsprogramm aufgenommen werden. Denn die Bereitschaft, einen Stuhltest zu machen, ist deutlich höher als die Bereitschaft zur Vorsorge-Darmspiegelung zu gehen. Obwohl Letztere zur Krebsvorsorge ab dem 55. Geburtstag von den Kassen bezahlt wird, haben bislang nur 20 bis 30 Prozent der Versicherten dieses Angebot in Anspruch genommen.