Darf’s ein bisschen weniger sein?

Gesund: Einfach mal Nein sagen zum Alkohol. (Foto: pterwort / Fotolia)
Gesund: Einfach mal Nein sagen zum Alkohol. (Foto: pterwort / Fotolia)

Weniger wäre besser – das gilt auf jeden Fall für den Alkoholkonsum in Deutschland

(dbp/auh) Rauchen gefährdet die Gesundheit. Das weiß mittlerweile jedes Kind. Raucher werden hierzulande sozial geächtet und bestenfalls bemitleidet. Dass auch Alkohol die Gesundheit gefährdet, ist den meisten Menschen nicht bewusst.

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) ist die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ die dritthäufigste in der Krankenhausstatistik, bei Männern sogar die häufigste Diagnose der vollstationär behandelten Patienten. Hinzu kommen weitere Krankheiten, die von Alkohol verursacht werden können: Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Krebs sowie Unfälle und Verletzungen unter Alkoholeinfluss.

Zu wenig bekannt ist, dass nicht nur Alkoholabhängige ihrer Gesundheit ernsten Schaden zufügen. „Schon Alkoholmengen, die von den meisten als gering betrachtet werden, können – regelmäßig konsumiert – die Organe schädigen, das Krebsrisiko steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen“, teilt die DHS mit und resümiert: „Es gibt keinen risikolosen Alkoholkonsum.“

Rotwein ist gesund, kein Rotwein ist gesünder?

In scheinbarem Widerspruch zu dieser Aussage stehen Studienergebnisse, die Alkohol, zumeist in Form von Rotwein, eine gesundheitsfördernde Wirkung bescheinigen. Kleine Mengen Alkohol können womöglich das Risiko für koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt senken. Doch es gilt abzuwägen: Laut DHS gibt es mehr als 60 Krankheiten, die von Alkoholkonsum verursacht werden, nahezu jedes Körperorgan könne Schaden nehmen. Auch die Deutsche Herzstiftung hält die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums für wesentlich schwerwiegender als seine schützenden Effekte.

Auch kleine Mengen nicht täglich konsumieren

Als „relativ risikoarme Schwellendosis“ gilt für Männer 24 Gramm reiner Alkohol pro Tag, für Frauen die Hälfte. Diese Grenzwerte gelten für gesunde Erwachsene ohne genetische oder erworbene Risikofaktoren. Außerdem sollte diese Menge auf keinen Fall jeden Tag konsumiert werden. Zur Orientierung: Bereits ein kleines Glas (0,3 Liter) Bier enthält zwölf Gramm Alkohol.

Die DHS hat ermittelt, dass 9,5 Millionen Deutsche diese Grenzwerte zum Teil erheblich überschreiten. Deutschland liege auch weltweit auf einem der Spitzenplätze beim Pro-Kopf-Konsum. Viele Menschen ahnen, dass sie es etwas übertreiben mit dem Trinken, sehen aber keinen Anlass, das zu ändern, so lange sie sich nicht abhängig fühlen. Sie sollten umdenken. „Weniger ist besser“ – so lautet das Motto der diesjährigen Aktionswoche Alkohol. vom 25. Mai bis 2. Juni 2013. Alle, die Alkohol trinken – das sind 90 Prozent der Bevölkerung – sollen nach Angaben der Veranstalter in dieser Zeit angeregt werden, ihr Trinkverhalten zu überprüfen. Mehr dazu unter www.aktionswoche-alkohol.de.

„Weniger Alkohol – mehr Gesundheit“ ist auch das Credo der GK Quest Akademie GmbH, die sich seit mehr als zehn Jahren dafür einsetzt, dass nicht nur Alkoholabhängige, sondern auch die vielen „normalen Zuvieltrinker“ Hilfe beim Reduzieren ihres Suchtmittelkonsums erhalten. Unter www.kontrolliertes-trinken.de gibt es einen Online-Test zur Analyse des persönlichen Trinkverhaltens sowie umfangreiche Informationen zu einem „10-Schritte-Selbstlernprogramm“, das von den Krankenkassen bezuschusst werden kann.