Damit nichts passiert, was man nicht will

Eine Patientenverfügung entlastet Ärzte und Angehörige, wenn sie den Kranken nicht mehr nach seinen Wünschen befragen können. (Foto: Jeanette Dietl / Fotolia)
Eine Patientenverfügung entlastet Ärzte und Angehörige, wenn sie den Kranken nicht mehr nach seinen Wünschen befragen können. (Foto: Jeanette Dietl / Fotolia)

Die Patientenverfügung soll das Selbstbestimmungsrecht gewährleisten

(dbp/auh) In einer Patientenverfügung kann man seine Wünsche bezüglich der medizinischen Behandlung festlegen für den Fall, dass man diese nicht mehr äußern kann, wenn es „ernst“ wird. Je detaillierter das Schriftstück verfasst wird, desto besser. Denn angesichts der vielfältigen Möglichkeiten der modernen Medizin sind Formulierungen wie „ich möchte in Würde sterben“ oder „ich möchte nicht künstlich ernährt werden“ wenig hilfreich, weder für die behandelnden Ärzte, noch für den Patienten selbst.

Eine Patientenverfügung eignet sich für jeden, der ganz bestimmte Vorstellungen davon hat, welche medizinischen Eingriffe, Therapien und Maßnahmen er unbedingt oder auf keinen Fall für sich in Anspruch nehmen möchte. Wer sich noch nicht intensiv mit dem Thema befasst hat, sollte bedenken: Für volljährige Patienten, die nicht in der Lage sind, selbst in eine medizinische Behandlung einzuwilligen oder diese abzulehnen, und die keine aussagekräftige Patientenverfügung haben, müssen andere Menschen entscheiden. Und das sind nicht automatisch Ehepartner, Kinder oder andere Angehörige.

Eine Vertrauensperson bevollmächtigen

Nur, wenn der Patient in „guten Tagen“ eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung verfasst hat, kann er im Vorfeld mitentscheiden, welche Person seinen Willen umsetzen soll, wenn er selbst es nicht mehr kann. Eine Patientenverfügung allein bietet in dieser Hinsicht keine Sicherheit, denn sie kann nur schwer alle denkbar möglichen medizinischen Szenarien berücksichtigen. Für den Fall, dass die „Festlegungen einer Patientenverfügung nicht auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation“ zutrifft, sieht das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass der Betreuer oder der Bevollmächtigte den „mutmaßlichen Willen“ des Patienten festzustellen hat (§1901a BGB).

Deshalb ist es ratsam, einer Vertrauensperson eine schriftliche Vollmacht zu geben, die sie berechtigt, den in der Patientenverfügung festgelegten Willen durchzusetzen. Wer niemanden hat, dem er so weitreichend vertraut, kann in einer Betreuungsverfügung jemanden bestimmen, der diese Aufgabe dann unter gerichtlicher Kontrolle übernehmen soll. Eine Betreuungsverfügung bietet auch die Möglichkeit, einen oder mehrere Menschen von der Übernahme der Betreuung ausdrücklich auszuschließen.

Ärztliche Beratung ist notwendig

Das klingt alles ziemlich kompliziert und das ist es auch. Zum Glück gibt es aber vielfältige Möglichkeiten, sich Unterstützung und Beratung beim Erstellen der Dokumente zu holen. Bei der Patientenverfügung sollten sich medizinische Laien nicht allein auf die zahlreichen Vordrucke verlassen, die im Internet verfügbar sind. Ohne aktuelle Fachkenntnisse, insbesondere in den Bereichen Schmerz- und Palliativmedizin, sind viele der gängigen Textbausteine nicht verständlich. Ein Beratungsgespräch mit dem Hausarzt ist auf jeden Fall sinnvoll, bevor man eine Patientenverfügung unterschreibt. Rechtsanwälte und Betreuungsvereine helfen bei rechtlichen Fragen bezüglich Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung weiter.

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung können gegen eine Gebühr bei der Bundesnotarkammer hinterlegt werden. Unabhängig davon sollte stets ein Hinweis auf die Existenz dieser Dokumente mit sich geführt werden, zum Beispiel auf einem Notfallkärtchen.