COPD wird meist erst spät erkannt

Mit dem Peak-Flow-Meter können Patienten zu Hause regelmäßig ihre Atemfunktion messen. (Foto: Firma V / Fotolia)
Mit dem Peak-Flow-Meter können Patienten zu Hause regelmäßig ihre Atemfunktion messen. (Foto: Firma V / Fotolia)

Die Spirometrie ist eine sinnvolle Früherkennungsuntersuchung bei Risikopatienten

(dbp/auh) Je früher die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) diagnostiziert und behandelt wird, desto größer ist die Chance, den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen. Früherkennung ist daher oberstes Ziel, wie bei vielen anderen Erkrankungen auch.

Nach Angaben des Kompetenznetzes Asthma und COPD (ASCONET) wird die Erstdiagnose meist durch den Hausarzt gestellt, in der Regel nach Durchführung der „kleinen“ Lungenfunktionsmessung, der Spirometrie. Diese Untersuchung ist nach Einschätzung der Deutschen Atemwegsliga unverzichtbar für die Diagnostik der COPD und sollte bei Risikopatienten systematisch zum Einsatz kommen.

Auch der Lungeninformationsdienst im Helmholtz-Zentrum München hält diese nicht-invasive Untersuchung für „praktisch nebenwirkungsfrei“ und patientenfreundlich. Allerdings sei die Qualität der Spirometrie-Ergebnisse stark abhängig von der Mitarbeit des Patienten.

Was passiert bei der Spirometrie?

So beschreibt der Lungeninformationsdienst den Ablauf der Untersuchung: „Der Patient, dessen Nase mit einer Klammer verschlossen ist, atmet über ein Mundstück und einen Schlauch in das Spirometer, ein Gerät, das die durchströmende Luftmenge misst und aufzeichnet. Der Patient atmet zunächst ruhig ein und aus, dann verändert er auf Anweisung des Arztes oder des medizinischen Personals die Tiefe und Stärke seiner Atemzüge.“ Anschließend werden die aufgezeichneten Daten abgelesen und weitere errechnet.

Einer der Werte, die bei der Spirometrie ermittelt wird, ist die sogenannte Einsekundenkapazität (FEV1). Sie gibt die Luftmenge an, die ein Patient nach vollständigem Einatmen innerhalb einer Sekunde so schnell wie möglich wieder ausatmen kann – der wichtigste Wert zur Ermittlung einer Lungenerkrankung, die mit verengten Bronchien einhergeht.

Diagnostik beim Lungenfacharzt

Deuten die Messergebnisse auf COPD, wird der Hausarzt den Patienten zum Lungenfacharzt überweisen. Dem Pneumologen stehen weitere Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die eine detailliertere Diagnostik ermöglichen: Bei der Ganzkörper- oder Body-Plethysmografie handelt es sich um eine „große“ Lungenfunktionsmessung, die in einer gläsernen Kabine stattfindet. Diese Methode hat gegenüber der Spirometrie mehrere Vorteile: zum einen ist sie auch für Schwerkranke geeignet, denen das notwendige angestrengte Ausatmen bei der kleinen Lungenfunktionsprüfung nicht gut gelingt. Zum anderen liefert diese „große“ Messung verlässlichere Werte.

Lungenfunktion zu Hause messen

Wer an einer chronischen Atemwegserkrankung leidet, kann mithilfe eines speziellen Geräts namens „Peak-Flow-Meter“ mehrmals am Tag überprüfen, wie gut die Atmung funktioniert. Der jeweilige Messwert wird am Gerät abgelesen und im Peak-Flow-Protokoll dokumentiert.

Wichtig für alle Raucher: Aufhören lohnt sich immer. Am effektivsten ist ein Rauchstopp, wenn er vor dem 40. Geburtstag stattfindet. Aber auch für ältere COPD-Patienten gibt es Hinweise, dass sich der Verlauf der Erkrankung nach Rauchentwöhnung zumindest verlangsamt.