COPD ist kein harmloser Raucherhusten

Husten, Auswurf und Atemnot sind auch und gerade bei Rauchern nicht harmlos. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)
Husten, Auswurf und Atemnot sind auch und gerade bei Rauchern nicht harmlos. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung ist Todesursache Nummer drei in Europa

(dbp/auh) Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist heimtückisch: Frühe Warnzeichen werden häufig ignoriert, der morgendliche Husten mit Auswurf als Raucherhusten verharmlost. Wird die Atemluft immer knapper, ist der Gang zum Arzt nicht mehr aufzuschieben. Die Erkrankung ist dann allerdings oft schon fortgeschritten und deshalb schwerer behandelbar.

Hinter der Abkürzung COPD verbirgt sich der englische Begriff „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“, zu deutsch: chronisch-obstruktive Lungenerkrankung. Sie ist der Sammelbegriff für die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Hauptursache für die Entstehung einer COPD ist die Belastung der Atemwege durch Schadstoffe.

Rauchen ist die Hauptursache für COPD

Etwa 90 Prozent der Patienten rauchen oder haben früher geraucht. Deswegen wird die Krankheit meist erst diagnostiziert, wenn die Lungenfunktion bereits stark eingeschränkt ist. Denn Symptome wie Atemnot, Husten und Auswurf werden vom Raucher – und oft auch vom Arzt – als normale Begleiterscheinung des Zigarettenkonsums interpretiert. „Ich muss nur mit dem Rauchen aufhören, dann geht das weg“, denken viele. Vom Rauchen kann und sollte man sich verabschieden, COPD aber ist nicht heilbar.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de) ist COPD in Deutschland häufiger als Asthma, Lungenentzündung und Lungenkrebs zusammengenommen. In Europa ist sie die dritthäufigste Todesursache.

Aktiv bleiben – auch mit COPD

„Für viele Betroffene ist die Diagnose COPD und die damit verbundenen Aussichten zunächst niederschmetternd“, weiß Jens Lingemann, Gründer der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland und Vorsitzender des COPD-Deutschland e. V., aus eigener Erfahrung. „Aber der Umgang mit der Erkrankung hat einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Lebenssituation.“

Je nach Schweregrad müssen Betroffene mit einer massiven Einschränkung der Lebensqualität umgehen. Sie leiden unter Atemnot und immer wieder auftretenden, plötzlichen Verschlimmerungen der Erkrankung (Exazerbationen). Die körperliche Mobilität nimmt ab, damit wird auch in vielen Fällen die berufliche Tätigkeit infrage gestellt, Beziehungen und Partnerschaften leiden. Im schlimmsten Fall kann diese Entwicklung zu sozialer Isolation und zu Depressionen führen. Dies wiederum trägt zu einer Verschlechterung des gesamten Gesundheitszustandes bei.

Der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe kann diesen Teufelskreis durchbrechen. „Patienten, die sich in einer Selbsthilfegruppe oder einer Lungensportgruppe engagieren, lernen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zu sein. Damit ist viel gewonnen. Wir raten deshalb allen Betroffenen, sich einer Selbsthilfeorganisation anzuschließen“, betont Inge Kokot, Leiterin des Kompetenznetzes Asthma und COPD (www.asconet.net) in Marburg.

Eine Selbsthilfegruppe in der Nähe finden Interessierte über die Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland, im Internet unter www.lungenemphysem-copd.de, dann auf „Über uns“ klicken und einfach mit der Postleitzahlsuche beginnen.

Kontaktadressen der Lungensportgruppen in Deutschland sind bei der AG Lungensport in Deutschland e. V. auf www.lungensport.org aufgeführt.

Das Kompetenznetz Asthma und COPD hat eine Patientenhotline geschaltet, die montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr unter folgender Telefonnummer zu erreichen ist: 06421-5861015.