Chronisch krank verreisen

Mit einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung können Diabetiker Insulin, Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Stechhilfen auch griffbereit im Handgepäck verstauen. (Foto: Fotolia / Svetlana Anikina)
Mit einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung können Diabetiker Insulin, Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Stechhilfen auch griffbereit im Handgepäck verstauen. (Foto: Fotolia / Svetlana Anikina)

Bei guter Planung spricht nichts gegen den Erholungsurlaub.

(dbp/fru) Chronisch kranke Patienten müssen eine Reise im Vorfeld genau planen und nicht nur einen ausreichenden Vorrat an Arzneimitteln mitnehmen, sondern ihre Medikamente auch richtig lagern. „Denn je nach Arzneiform oder Wirkstoff können Überhitzung, Unterkühlung oder Feuchtigkeit die Wirkung des Arzneimittels beeinflussen. Direkte Sonneneinstrahlung, Hitze, große Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit sollten bei der Aufbewahrung daher vermieden werden“, rät die Pharamzeutische Zeitung auf ihren Internetseiten.

Flugtauglichkeit bescheinigen lassen

Insbesondere bei Flugreisen müssen chronisch Kranke einiges beachten. Diabetiker sollten beispielsweise idealerweise eine ärztliche Bescheinigung mitführen, die den insulinpflichtigen Diabetes mellitus bestätigt, wenn nötig mehrsprachig. Dann können Insulin und benötigtes Zubehör wie Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Stechhilfen auch im Handgepäck mit an Bord genommen werden. Träger eines künstlichen Blasen- oder Darmausgangs (sogenanntes Stoma) sollten sich z. B. vor Reiseantritt über eine geeignete Kurzversorgung informieren: „Für Flüge werden spezielle Beutel angeboten, die weniger empfindlich auf Druckschwankungen reagieren und sich entlüften lassen. Für Fragen bei den Flughafenkontrollen kann ein Dokument hilfreich sein, das in verschiedenen Sprachen über das Stoma und die Notwendigkeit der Versorgung aufklärt“, teilt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums mit.

Allgemein müsse man auch darauf achten, überhaupt flugtauglich zu sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem rät der Krebsinformationsdienst, sich die Flugtauglichkeit von der Fluggesellschaft bestätigen zu lassen. Hierzu muss der behandelnde Arzt im Vorfeld ein international einheitliches Formular (MEDA-Formblatt) ausfüllen und dieses an den Flugmedizinischen Dienst der Fluggesellschaft weiterleiten. „Ansonsten kann es passieren, dass die Fluggesellschaft die Mitreise nicht gestattet. Kommt es tatsächlich zu einem Zwischenfall während des Fluges, ist man schlimmstenfalls sogar zur Zahlung von Folgekosten verpflichtet“, warnt der Krebsinformationsdienst. Wer häufiger fliegt, könne sich eine sogenannte „Frequent Traveller’s Medical Card“ (FREMEC-Karte) ausstellen lassen, damit nicht für jeden einzelnen Flug die Flugreisetauglichkeit neu bescheinigt werden muss.

Auch Betäubungsmittel sind erlaubt

Patienten, die regelmäßig ein Betäubungsmittel (BtM) einnehmen müssen, können dieses grundsätzlich ebenfalls auf Reisen mitnehmen. „Mit einer von der Landesgesundheitsbehörde beglaubigten ärztlichen Bescheinigung dürfen sie ihren Bedarf für eine Reisedauer von bis zu 30 Tagen mitnehmen. Dies gilt zumindest für Reisen in Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens (EU-Staaten außer Großbritannien, Zypern, Irland). Für die Einreise in andere Staaten gibt es keine einheitlichen Regelungen zum Mitführen von BtM“, erklärt die Pharmazeutische Zeitung.

Die Stiftung Warentest rät chronisch Kranken, die gesetzlich versichert sind, auch eine zusätzliche private Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen – vor allem für Reisen außerhalb Europas: „Die deutsche Kasse bezahlt medizinische Leistungen in Amerika, Kanada, Australien oder Asien nicht. Einen Krankenrücktransport bezahlt sie selbst in Europa nicht.“ Eine private Reisekrankenversicherung werde im Ausland auch für Notfälle gebraucht, die nichts mit der Vorerkrankung zu tun haben – seien es Zahnschmerzen, ein Beinbruch oder die Folgen eines Autounfalls.

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