Brustkrebs: Stammzellen helfen bei der Prognose

Eine von acht Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. (Foto: Uwe Grötzner / Fotolia)
Eine von acht Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. (Foto: Uwe Grötzner / Fotolia)

(dbp/auh) In Deutschland erkranken derzeit etwa 75.000 Frauen jedes Jahr neu an Brustkrebs.

Auch nach der operativen Entfernung des Tumors kann es zur Bildung von Metastasen kommen. „Bisher wissen wir nicht, welche Patientin Metastasen entwickelt wird und welche nicht“, erklärt Professor Andreas Trumpp das Problem.

Der Stammzellforscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) fahndet im Blut von Brustkrebspatientinnen nach bestimmten Krebsstammzellen, die die Stammzellmarker CD47 und MET auf ihrer Oberfläche tragen. Je mehr davon im Blut der Frauen zirkulieren, desto größer ist das Risiko für Metastasenbildung. „Wir wollten nun herausfinden, ob diese Stammzellmarker und damit die Metastasen-Stammzellen schon in den Primärtumoren in der Brust vorhanden sind und wenn ja, ob dies mit der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patientinnen zusammen hängt“, beschreibt Trumpp seinen Forschungsansatz.

Das Ergebnis: Patientinnen, bei denen beide Marker nachgewiesen werden konnten, lebten im Durchschnitt 10,3 Jahre kürzer nach ihrer Diagnose als Patientinnen, in deren Tumor weder CD47 noch MET vorhanden war. Einschränkend gilt, dass die Untersuchungen bisher nur bei Östrogen-Rezeptor-positiven Brusttumoren durchgeführt wurden.

Die Wissenschaftler wollen nun prüfen, ob zielgerichtete Medikamente gegen die Metastasen wirken können. Sie planen deshalb, die besonders aggressiven Brusttumoren auf Mäuse zu übertragen und hier mit Wirkstoffen gegen die Stammzell-Marker zu behandeln. „Die Medikamente, die gegen CD47 oder MET wirken, sind in der finalen Phase der Entwicklung oder sogar bereits verfügbar“, erklärt Trumpp. „Wir hoffen, dass wir bald soweit sind, mit ihrer Hilfe die Lebenserwartung von Brustkrebspatientinnen weiter zu erhöhen.“

Der Krebsinformationsdienst im DKFZ beantwortet Patientenfragen täglich unter der Telefonnummer 0800 – 420 30 40.