Brustkrebs: Die Bestrahlung wird besser verträglich

Neue Techniken der Radioonkologie schonen das gesunde Gewebe. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)
Neue Techniken der Radioonkologie schonen das gesunde Gewebe. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)

(dbp/spo) Fast alle Brustkrebs-Patientinnen werden nach einer brusterhaltenden Operation mehrere Wochen lang bestrahlt, um einen Rückfall zu verhindern.

Mithilfe neuer Bestrahlungsmethoden lässt sich die Belastung für die Frauen deutlich senken, so die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

„Lange Zeit hatten wir für alle Patientinnen einen Therapiestandard: Die ganze Brust wurde über fünf bis sechs Wochen bestrahlt“, sagt DEGRO-Sprecher Professor Frederik Wenz. Diese Therapie sei zwar sehr effektiv, für die Betroffenen aber auch sehr belastend.

Inzwischen sind individuellere Behandlungen möglich, bei denen der Therapeut stärker als bisher Art, Lage und Größe des Tumors sowie den Gesundheitszustand der Patientin berücksichtigt. Unterstützt durch die Bilder einer Computertomografie kann ein personalisiertes Konzept mit individuell berechneter Verteilung der Strahlungsdosen erstellt werden.

Studien aus Großbritannien, Kanada und Dänemark hätten auch gezeigt, dass eine Bestrahlung mit höheren Einzeldosen bei gleichzeitig reduzierter Gesamtdosis die Behandlungszeit auf drei bis vier Wochen verkürzen kann – und zwar bei gleichem Ergebnis. Hypofraktionierung wird diese Methode genannt.

Nur noch Teile der Brust bestrahlen

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, nur noch Teile der Brust zu bestrahlen, denn ein Rückfall bildet sich meist am Ort des ursprünglichen Tumors. Eine solche beschleunigte Teilbrustbestrahlung kann grundsätzlich schon während der Tumoroperation passieren. Der Vorteil: Das gesunde Gewebe wird weniger belastet.

„Für unsere Patientinnen sind die neuen Behandlungstechniken und die individualisierten Konzepte von Vorteil, denn wir verkürzen die Dauer der Behandlung bei gleichguten Ergebnissen und teilweise sogar geringeren Nebenwirkungen“, sagt Professorin Cordula Petersen, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf.