Brackets für Große

Wenn man eine Zahnspange trägt, ist besondere Sorgfalt beim Zähneputzen und bei der Mundhygiene angesagt - egal in welchem Alter. (Foto: Fotolia / phoenix021)
Wenn man eine Zahnspange trägt, ist besondere Sorgfalt beim Zähneputzen und bei der Mundhygiene angesagt - egal in welchem Alter. (Foto: Fotolia / phoenix021)

Zahnspangen kommen auch bei Erwachsenen zum Einsatz.

(dbp/nas) Bei den Stichworten „Zahnspange“ und „Kieferorthopäde“ dürften die meisten an Kinder und Jugendliche als Patienten denken. Aber inzwischen lassen sich auch immer mehr Erwachsene Zahnfehlstellungen korrigieren. Und das ist auch gut so. Schiefe Zähne sind oft nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern können auch die Mundgesundheit beeinträchtigen sowie zu Schmerzen und Gelenkproblemen führen. Der Mut zur Spange – oder auch Schiene – wird mit einem wohl geformten Gebiss belohnt.

Zähne verschieben sich im Lauf des Lebens

Egal ob man als Kind oder Jugendlicher bereits eine Zahnspange getragen hat oder nicht – im Lauf der Zeit kommt es bei vielen Menschen zu Verschiebungen der Zähne. Beim Sprechen und natürlich besonders beim Kauen wirken Kräfte in unserem Mund. Wie stark sich welche Zähne verschieben, das ist ganz individuell. Wenn die Zähne so schief stehen, dass es den Betroffenen stört oder dass sie ihm spürbare Schwierigkeiten bereiten, ist es Zeit für eine Korrektur, sagt Professor Dr. mult. Robert Sader von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde.

„Zahnfehlstellungen können zur Folge haben, dass man einen Fehlbiss entwickelt und der Kiefer überlastet wird, dass Probleme und Schmerzen im Kiefergelenk auftreten oder dass das Zahnfleisch zurückgeht“, erklärt Professor Sader. Außerdem können schiefstehende Zähne die Mundhygiene erschweren und damit Bakterienwachstum begünstigen und Krankheiten wie Karies und Parodontitis verschlimmern.

Welche Spange für welchen Patienten am besten geeignet ist, entscheidet der Kieferorthopäde. Die meisten Erwachsenen mit Zahnfehlstellungen werden aber mit einer festen Spange versorgt – auf die Zähne werden so genannte „Brackets“, kleine Plättchen aus Metall oder Keramik, geklebt und die bekommen dann mit Bögen, Federn oder Gummizügen den entsprechenden „Zug“, den es braucht, um die Zähne langsam in die richtige Position zu bringen. Dann wird in regelmäßigen Abständen sozusagen nachjustiert.

Zahnspangen können auch „unsichtbar“ sein

Die meisten Erwachsenen entscheiden sich für eine optisch möglichst unauffällige Versorgung, zum Beispiel mit durchsichtigen Brackets aus Keramik, sagt Dr. Gundi Mindermann vom Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden. Komplett unsichtbar wird es mit der „Lingualtechnik“, bei der die Brackets auf die Rückseite der Zähne geklebt werden – die ist allerdings nicht für jeden Patienten geeignet. Und es kann zu Schwierigkeiten oder zumindest einer längeren Eingewöhnungshase beim Sprechen führen.

Sogenannte „Aligner“-Systeme sind durchsichtige Schienen, die bei leichteren Fehlstellungen zum Einsatz kommen können. Allerdings braucht es dabei Disziplin beim Patienten. Die bringen aber die meisten Erwachsenen sowieso mit, wenn sie sich zu einer Zahnspange entscheiden, sagt Dr. Mindermann. „Die Akzeptanz ist sehr hoch.“ Wichtig ist – egal in welchem Alter – eine besondere Sorgfalt beim Zähneputzen und der Mundhygiene, wenn man eine Spange trägt.

Bei erwachsenen Patienten muss vor dem Einsetzen übrigens darauf geachtet werden, dass es keine anderen Probleme gibt beziehungsweise diese zunächst beseitigt werden: „Ein gesundes Zahnbett und gepflegte Zähne sind Voraussetzung“, erläutert die Expertin. Die Kosten für eine Zahnspange – die je nach Dauer der Behandlung und den verwendeten Materialien stark variieren können – werden für Erwachsene übrigens von den Krankenkassen nicht übernommen. Einzige Ausnahme: wenn die kieferorthopädische Behandlung notwendig für einen folgenden chirurgischen Eingriff ist.