Blutspenden – im Sommer heiß begehrt

Für eine Blutspende werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. (Foto: kasto / Fotolia)
Für eine Blutspende werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. (Foto: kasto / Fotolia)

In der Urlaubszeit sinkt die Zahl der Blutspenden deutlich

(dbp/auh) „Einfach Leben retten! Spende Blut“ – Diese Aufforderung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird in den Sommermonaten stets besonders nachdrücklich ausgesprochen. Das liegt nicht etwa daran, dass in der warmen Jahreszeit mehr Blut gebraucht wird als im Rest des Jahres. Der Grund ist einfach: In der Urlaubszeit gehen deutlich weniger Menschen zur Blutspende.

Besonders schmerzlich spüren die Verantwortlichen an Universitätskliniken den sommerlichen Rückgang der Blutspendebereitschaft. Denn dort speist sich traditionell ein hoher Anteil der Spender aus der Studierendenschaft. „Die Studenten fahren in den Semesterferien nach Hause, oder sie müssen jobben oder Praktika machen“, erklärt Professor Dr. Gregor Bein, Leiter des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämotherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM). Das „Sommerloch“ an anderen Blutbanken ist eine Folge der Urlaubszeit.

Die Zahl der Spender sinkt

Am UKGM werden etwas mehr Blutspenden benötigt, als dort gespendet werden. Die demografische Entwicklung trägt dazu bei, dass die Zahl der Blutspender sinkt, während die Zahl der benötigten Blutkonserven eher steigt. Wofür wird das Blut gebraucht? Professor Bein nennt vier Hauptbereiche: 1. große Operationen, zum Beispiel am Herzen oder bei Hüftgelenkersatz, 2. (Verkehrs-)Unfälle, die etwa zu Leber- oder Milzriss geführt haben, 3. Versorgung von Frühgeborenen und 4. Krebserkrankungen (Leukämie, Lymphome).

Die BZgA fasst zusammen: „Wer Blut spendet, rettet anderen Menschen das Leben. So einfach ist das.“ Bei der Vollblutspende wird ein halber Liter Blut entnommen. Die Neubildung der roten Blutkörperchen dauert ziemlich lange: bei Frauen etwa drei, bei Männern etwa zwei Monate. Deshalb dürfen Männer sechsmal, Frauen nur viermal jährlich Blut spenden.

Wer darf nicht spenden?

Allerdings kommt nicht jeder Mensch als Blutspender infrage. Für Erstspender gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Das Höchstalter ist nicht mehr streng festgeschrieben, es können nach individueller ärztlicher Entscheidung auch Personen über 60 Jahre zum ersten Mal Blut spenden. Weitere Ausschlusskriterien sind unter anderem ein zu niedriges Körpergewicht (unter 50 Kilo), zu hoher systolischer oder diastolischer Blutdruck (über 180 zu 100 mmHg) und zahlreiche Krankheiten. Auch Organspendeempfänger, Drogenabhängige und Menschen, deren Sexualverhalten ein hohes Infektionsrisiko birgt, dürfen kein Blut spenden.

Diese und zahlreiche weitere Vorgaben sind von einer EU-Direktive festlegt und werden in Deutschland von den Transfusionsrichtlinien der Bundesärztekammer umgesetzt.

Sehr begehrt sind übrigens Spender mit der Blutgruppe null Rhesus negativ. „Blut dieser Blutgruppe kann man nicht durch anderes ersetzen“, erläutert Professor Bein. Während also Empfänger mit dieser Blutgruppe kein anderes Blut bekommen dürfen, sind Menschen mit null Rhesus negativ Universalspender. Alle Patienten „vertragen“ dieses Blut.