Bluthochdruck verursacht jeden zweiten Schlaganfall

Jeder sollte seinen Blutdruck kennen. (Foto: Bilderbox)
Jeder sollte seinen Blutdruck kennen. (Foto: Bilderbox)

Hypertonie wird immer noch unterschätzt, nur 40 Prozent der Patienten lassen sich behandeln

(dbp/auh) Viele Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind nicht beeinflussbar, dazu gehört in erster Linie das Alter. Auch die Veranlagung spielt eine Rolle. Wer unter entzündlichem Rheuma oder Diabetes leidet, hat ebenfalls ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko. Andere Risiken hingegen können ausgeschaltet oder minimiert werden, insbesondere das Rauchen, ein Mangel an körperlicher Aktivität und der Bluthochdruck.

Ein gesunder Blutdruck ist ein enormer Vorteil für die Gesamtgesundheit. Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga stellen normale Blutdruckwerte die Basis für einen gesunden Herzrhythmus dar und schützen vor vielen Herz- und Gefäßkrankheiten: Vorhofflimmern und Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Nierenversagen und Augenerkrankungen.

Fünf Prozent werden erfolgreich behandelt

Bluthochdruck (Hypertonie) ist auf mehrfache Weise eine „stille“ Gefahr. Die Krankheit tut nicht weh und verursacht zu Beginn überhaupt keine subjektiv spürbaren Beschwerden. Jeder zweite Hypertoniker weiß daher gar nichts von seiner Krankheit. Nur etwa 40 Prozent der Menschen, die von ihrem Bluthochdruck wissen, lassen sich behandeln. In absoluten Zahlen (nach Angaben der Hochdruckliga) heißt das: 35 Millionen Deutsche leiden unter Bluthochdruck, sieben Millionen davon sind in Therapie. Diese Behandlung führt bei 1.750.000 Menschen zu guten Blutdruckwerten, das sind fünf Prozent aller Hypertoniker in Deutschland.

Blutdruck senken ist das Wichtigste

Mehr als die Hälfte aller Schlaganfälle (in Deutschland sind es jährlich etwa 250.000) sind letztlich auf einen zu hohen Blutdruck zurückzuführen. Eine vom Bundesforschungsministerium herausgegebene Publikation zum Thema Schlaganfall kommt zu dem Schluss: „Auf eine Blutdrucksenkung hinzuarbeiten, ist die wichtigste Einzelmaßnahme zur Prävention von Schlaganfällen überhaupt.“

Die Deutsche Hochdruckliga bestätigt diese Einschätzung: „Eine konsequente Einstellung des Blutdrucks kann das Schlaganfallrisiko in hoch relevantem Umfang senken.“ Jeder sollte seine Blutdruckwerte kennen und bei zu hohen Werten gegensteuern. „Normale“ Blutdruckwerte sind individuell unterschiedlich. Nicht jeder Mensch muss die oft als Idealwert beschriebenen 120 zu 80 mmHg haben. Allerdings sollte der zweite Wert, der diastolische Blutdruck, nicht höher als 90 sein. Werte, die dauerhaft 140 zu 90 übersteigen, müssen mit dem Arzt besprochen werden.

Blutdrucksenkende Medikamente müssen nicht bei jedem Patienten zum Einsatz kommen. In vielen Fällen führt eine konsequente Umstellung der Lebensgewohnheiten zum Ziel. In der Praxis heißt das: Verzicht aufs Rauchen, Übergewicht (wenn vorhanden) reduzieren, eine mediterrane Ernährung, ein reduzierter Alkoholkonsum und regelmäßige Bewegung. Strategien zur Stressbewältigung sind ebenfalls sehr wirksam zur Blutdrucksenkung, denn chronischer Stress ist ein wesentlicher Faktor für Bluthochdruck. Hilfreich sind Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga, autogenes Training, Biofeedback oder Meditation.