So bleiben Zähne ein Leben lang gesund

Zahnpflege von Anfang an: Kinder sollten spielerisch an das tägliche Zähneputzen gewöhnt werden. (Foto: muro / Fotolia)
Zahnpflege von Anfang an: Kinder sollten spielerisch an das tägliche Zähneputzen gewöhnt werden. (Foto: muro / Fotolia)

Die regelmäßige Vorsorge beginnt beim ersten Milchzahn

(dbp/mhk) Damit Zähne gesund bleiben, benötigen sie eine regelmäßige und richtige Pflege, die sie vor schädigenden Bakterien, Säuren und Ablagerungen schützt. Die besten Voraussetzungen schafft man mit der gründlichen Zahnpflege zu Hause. Bei der Vorbeugung gegen Karies und Parodontitis reicht regelmäßiges Zähneputzen allein jedoch leider nicht aus. Für einen vollständigen Schutz ist immer auch zahnärztliche Prophylaxe erforderlich. Das heißt, in der Regel zwei jährliche Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt. Er erkennt kleinere Schäden an Zähnen und Zahnfleisch oder Veränderungen an der Mundschleimhaut rechtzeitig und kann sie frühzeitig behandeln.

Spezielle Kinderzahncreme

„Der allererste Zahnarztbesuch bei Kleinkindern sollte anstehen, sobald die ersten Milchzähne durchbrechen, also etwa innerhalb des ersten Lebensjahres“, sagt Professor Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Die dental-präventive Betreuung ist vom ersten Milchzahn an wichtig. Mit dem Zahndurchbruch beginnt auch die Zahn- und Mundhygiene: „Ein Hauch Kinderzahncreme mit reduziertem Fluoridgehalt (0,05 Prozent oder 500 ppm) einmal täglich zum Zähneputzen und auf die richtige Ernährung achten“, empfiehlt der Experte, um frühkindliche Karies zu vermeiden. Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt das zweimal tägliche Putzen mit fluoridhaltiger Kinderzahncreme.

„Gehen Sie nach dem ersten Lebensjahr abhängig vom individuellen Risiko halbjährlich mit Ihrem Kind zum Zahnarzt“, rät Professor Oesterreich. Das fördere auch den Gewöhnungseffekt bei Kindern und baue spielerisch Vertrauen auf.

Karies verhindern

Karies an den Kauflächen der durchbrechenden Backenzähne ist die häufigste Kariesart im bleibenden Gebiss. Fissurenkaries, in Rillen und Vertiefungen der Zähne, tritt bevorzugt nach dem Zahndurchbruch auf. „Bei Kindern und Jugendlichen kann eine Fissurenversiegelung die Entstehung von Karies verhindern“, so der Experte. Dabei werden die Zahnfurchen mit dünn fließendem Kunststofflack überzogen. Diese Behandlung wird auch Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko oder erschwerten Mundhygienemöglichkeiten empfohlen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit Behinderung oder mit fest sitzenden Zahnspangen.

Bei Kindern zahlt die Kasse

Bei 6- bis 18-Jährigen kann die Versiegelung der großen Backenzähne als Kassenleistung im Rahmen des Individualprophylaxe-Programms abgerechnet werden, kleine Backenzähne und Front- oder Eckzähne müssen bei Bedarf extra bezahlt werden. Die Versiegelung hält etwa sieben bis zehn Jahre, sollte jedoch regelmäßig kontrolliert werden.

PZR ist sinnvoll

Im Laufe des Lebens wird das Risiko immer höher. „Vor allem bei älteren Menschen häufig auftretenden Erkrankungen des Zahnfleisches und Zahnbettes kann durch regelmäßige Vorsorge effektiv vorgebeugt werden“, erklärt Oesterreich. Eine besonders wirkungsvolle Prophylaxemaßnahme ist – neben der häuslichen Zahnpflege und den regelmäßigen Früherkennungs-/Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt – die professionelle Zahnreinigung (PZR). Die Intervalle sind abhängig vom Erkrankungsrisiko. In der Regel lautet die Empfehlung: ein- bis zweimal pro Jahr, bei hohem Parodontitisrisiko auch in kürzeren Abständen. Dabei werden harte und weiche Beläge an den Zahnoberflächen, in den Zwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen entfernt, Zähne poliert, fluoridiert und der Patient zur täglichen Mundhygiene beraten.

Auch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten beeinflusst die Mundgesundheit. Diabetes und Stress können unter Umständen Erkrankungen des Zahnbettes (Parodontitis) zur Folge haben.