Bitte blinzeln!

Lange Sitzungen vor dem Bildschirm bedeuten Schwerstarbeit für die Augen. Die Folge können Ermüdungserscheinungen sein. (Foto: Fotolia / Antonioguillem)
Lange Sitzungen vor dem Bildschirm bedeuten Schwerstarbeit für die Augen. Die Folge können Ermüdungserscheinungen sein. (Foto: Fotolia / Antonioguillem)

Ermüdungserscheinungen am Bildschirm vorbeugen.

(dbp/nas/fru) In einer von Digitalisierung geprägten Welt ist Bildschirmarbeit ein zentrales Element. „Schon heute ist für 80 Prozent aller Bürobeschäftigten ein Bildschirmgerät wichtigstes Arbeitsmittel – sei es in Form von Desktop-PCs, Laptops oder mobiler Endgeräte“, heißt es auf den Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua). Das bedeutet sowohl einseitige Belastungen für den Muskel- und Skelettapparat als auch Schwerstarbeit für die Augen. Ermüdungserscheinungen können die Folge sein: Die Sicht verschwimmt, die Augen sind gerötet und lichtempfindlich, sie tränen, brennen, schmerzen oder stechen.

Arbeitsplatz individuell anpassen

Der einfachste Rat von Experten, um die Augen bei der Arbeit am Computer fit zu halten, lautet: blinzeln. Denn die Frequenz unserer Lidschläge nimmt ab, während wir auf einen Monitor sehen. Und bei einer verringerten Lidschlagfrequenz findet keine ausreichende Befeuchtung des Auges mit Tränenflüssigkeit mehr statt. Jedes bewusste Blinzeln mehr ist also ein kleiner „Frischekick“ für die Augen. Zusätzlich können Tränenersatzmittel verwendet werden, die rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind. Der Tränenfilm tötet auch eindringende Keime ab und versorgt die Hornhaut über die Luft mit dem dringend benötigten Sauerstoff.

 

Bereits die Gestaltung des individuellen Arbeitsplatzes sollte augenfreundlich erfolgen. Ein Bildschirm sollte nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin entspiegelt, sowie dreh- und neigbar sein. Für eine entspannte Kopf- und Sitzhaltung wird eine Neigung des Monitors von bis zu 20 Grad nach hinten empfohlen. Der optimale Blickwinkel beträgt etwa 35 Grad nach schräg unten. Die oberste Bildschirmzeile sollte unterhalb der Augenhöhe liegen. Außerdem sollte ein Mindestabstand von 50 Zentimetern zum Bildschirm eingehalten werden.

 

Entspannungsübungen für zwischendurch

Zu einem entspannten Sehen können zwischendurch auch Lockerungsübungen beitragen. Und diese müssen gar nicht kompliziert sein: Mit den Fingerspitzen leicht auf den Knochen um die Augen herum klopfen, regt die Durchblutung und den Tränenfluss an. Den Blick im Raum umherwandern lassen oder Blicksprünge durchführen, trainiert und entspannt das Auge. Oder einfach mal die Nase rümpfen – die bewusste Anspannung und das anschließende Loslassen von Gesichtsmuskeln lockert ebenfalls, genauso wie Stirn runzeln oder Augen zusammenkneifen.

Alle Normalsichtigen sollten ungefähr ab dem 50. Lebensjahr zu einer Bildschirmbrille greifen – jene, die Probleme mit dem Sehen haben, natürlich schon früher. Eine Bildschirmbrille ist eine abgeschwächte Form der Lesebrille, die auf einer Distanz von etwa 50 Zentimetern eingestellt ist, was die Entfernung zwischen Augen und Bildschirm sein sollte. Zudem sollten Menschen, die zu trockenen Augen neigen, auf jeden Fall für ein gutes und nicht zu trockenes Raumklima sorgen. Außerdem sollten sie ihren Augen regelmäßig Frischluft gönnen und zum Beispiel beim Autofahren das Gebläse nie direkt ins Gesicht leiten.