Biochemie nach Dr. Schüßler

Schüßler-Salze lässt man zur inneren Anwendung im Mund zergehen oder löst sie in Wasser auf. (Foto: Fotolia / Gerhard Seybert)
Schüßler-Salze lässt man zur inneren Anwendung im Mund zergehen oder löst sie in Wasser auf. (Foto: Fotolia / Gerhard Seybert)

Die Salze gibt es auch als Salben und Lotionen.

(dbp/spo/fru) Die moderne Medizin weiß heute, wie wichtig Mineralstoffe für den Menschen sind. Sie regulieren unter anderem den Wasser- und den Säure-Basen-Haushalt, beeinflussen die Signalübertragung von Nerven und Muskeln und mineralisieren Zähne und Knochen. Das erkannte der Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. 1874 stellte er sein Werk „Eine Abgekürzte Therapie“ der Öffentlichkeit vor. Die darin beschriebene Heilmethode basiert auf den physiologisch-biochemischen Vorgängen im Organismus und wurde von ihm folglich auch „Biochemie“ genannt. Verkürzt ausgedrückt sagt sie, dass Krankheiten Ausdruck eines Ungleichgewichts der Mineralsalze im Körper sind.

Herstellung nach dem homöopathischen Prinzip

„Dr. Schüßler stellte im Körper zwölf besonders wichtige Mineralsalzverbindungen fest“, heißt es in der Broschüre „gesund und aktiv mit Schüßler-Salzen“ auf den Seiten des Biochemischen Gesundheitsvereins. Demnach könne der Mensch nur gesund sein, wenn seine Körperzellen ausreichend mit diesen Mineralstoffen versorgt würden. Beim Versuch, krankmachende Reize abzuwehren, verlieren die Zellen wichtige Mineralien und ein Mangel kann entstehen. Um solche Mängel zu beheben, reichen laut Dr. Schüßler für das gesamte Spektrum an Krankheiten diese zwölf Mineralstoffe in Form von Funktionsmitteln aus.

Zu den Hauptmitteln zählen nach Angaben des Biochemischen Bunds Deutschlands chemische Verbindungen von Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium oder Natrium. Letzteres wird z. B. als Natriumchlorid (Kochsalz) eingenommen zur Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes, etwa bei geschwollenen Schleimhäuten oder als Natriumphosphat, was den Säure- und Fetthaushalt regulieren soll und dadurch bei Akne oder Sodbrennen helfen kann.

Laut Anne Zanzinger, Heilpraktikerin und 2010 Deutsche Meisterin im Marathon und Halbmarathon eignen sich Schüßler-Salze nicht nur bei der Behandlung typischer Alltagsbeschwerden, sondern auch von typischen Trainingsfolgen wie kleineren Verletzungen, Muskelkater, Überlastungen oder Erschöpfung. Zudem seien sie auch eine gute Wahl, wenn man Knochen, Bänder und Sehnen kräftigen möchte.

Auch in der Apotheke erhältlich

Bei der Methode von Dr. Schüßler werden die Wirkstoffe – ähnlich wie bei der Homöopathie – extrem verdünnt (sogenannte Potenzierung). Wer Schüßler-Salze ausprobieren möchte, sollte sich von einem entsprechend ausgebildeten Heilpraktiker oder Arzt beraten lassen. Aber auch in der Apotheke sind die Salze, die es übrigens neben der üblichen Tablettenform auch als Salben und Lotionen gibt, erhältlich. Schüßler selbst hat Berichten zufolge das Fehlen bestimmter Mineralien allein an Form- und Farbveränderungen im Gesicht des Patienten erkannt.

Die Mineralien sollten aber eher als eine begleitende und nicht als alleinige Therapiemethode gesehen werden. Bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden oder bei unsicherer Indikation sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, empfiehlt der Biochemische Gesundheitsverein auf seinen Internetseiten.