Bio-Lebensmittel sind im Trend

Wer auf dem Wochenmarkt oder bei Privatanbietern überprüfen möchte, ob tatsächlich Bio-Lebensmittel angeboten werden, lässt sich am besten die Bio-Zertifizierung zeigen. (Foto: Fotolia / Miriam Dörr)
Wer auf dem Wochenmarkt oder bei Privatanbietern überprüfen möchte, ob tatsächlich Bio-Lebensmittel angeboten werden, lässt sich am besten die Bio-Zertifizierung zeigen. (Foto: Fotolia / Miriam Dörr)

Gesundheit und Nachhaltigkeit fängt bei der Ernährung an.

(dbp/fru) Wenn auch die großen Discounter in ihrem Sortiment Bio-Produkte anbieten, kann man davon ausgehen, dass eine gewisse Nachfrage nach Bio-Waren vorhanden ist. Man kann also durchaus behaupten, dass Bio-Produkte im Trend sind. Das belegen auch die Zahlen. Im Jahr 2000 wurden mit Bio-Lebensmitteln deutschlandweit etwa 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet, im Jahr 2015 waren es bereits 8,6 Milliarden – eine Zunahme um mehr als 400 Prozent. Folgerichtig ist auch der Bio-Anteil an den gesamten Lebensmittelausgaben laut dem Statistik-Portal „Statista“ kontinuierlich gestiegen und liegt bereits bei 3,3 Prozent. Immer mehr Deutsche entdecken also Bio-Produkte für sich und sind auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. Auf Wochenmärkten, in Bioläden, in Reformhäusern oder in Supermärkten wird fleißig nachgefragt und auch die Inhaltsstoffe werden einem strengeren Blick unterzogen.

Siegel geben Orientierung

Im Supermarkt oder Bio-Laden ist es recht einfach Bio-Produkte zu erkennen. Denn die Begriffe „Bio“ und „Öko“ sowie die Kennzeichnung „aus kontrolliert biologischem Anbau“ sind europaweit gesetzlich geschützte Bezeichnungen und setzen eine Zertifizierung nach der EG-Öko-Verordnung durch unabhängige Öko-Kontrollstellen voraus. Wo also „Bio“ oder „Öko“ auf der Verpackung klar zu erkennen ist, muss es entsprechend auch drin sein. Das deutsche Bio-Siegel (ein sechseckiges Logo mit dem Schriftzug „Bio“) darf zur Kennzeichnung von Produkten zusätzlich zum EU-Bio-Logo (ein Eurosterne-Blatt auf grünem Hintergrund) verwendet werden. Neben diesen amtlichen Bio-Siegeln gibt es aber auch weitere private Verbandssiegel, die teilweise über die EU-Standards hinausgehende Anforderungen stellen.

Problematischer wird es auf Wochenmärkten oder privaten Höfen. Denn hier kann man trotz wohlklingender Anpreisungen wie „Aus der Region“ oder „Kontrollierter Anbau“ meistens nicht auf den ersten Blick feststellen, ob die Ware tatsächlich „Bio“ ist. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, fragen Sie den Anbieter nach einer Öko-Kontrollstellennummer. Diese Nummern dienen dazu, die Herkunft der Produkte genau zurückverfolgen zu können. Oder man lässt sich vom Anbieter direkt die Bio-Zertifizierung zeigen.

Saisonabhängig und regional genießen

Braucht man im Winter unbedingt frische Erdbeeren und muss es morgens im Müsli immer eine kleingeschnittene Banane sein? Nachhaltigkeit fängt mit dem eigenen Konsumverhalten an. Wenn im Winter Bio-Erdbeeren aus Spanien eingeflogen werden, ergibt das in der Endabrechnung keine gute Öko-Bilanz – übrigens auch nicht, wenn heimisches Bio-Obst monatelang im Kühlhaus lagert und erst im Winter angeboten wird. Wer ein ökologisch reines Gewissen haben möchte, versucht daher soweit möglich saisonabhängig auf Produkte aus der Region zurückzugreifen.

Neben der Gewissensfrage spielt auch der Gesundheitsaspekt eine große Rolle beim Kauf von Bio-Produkten. Diese haben nämlich im Vergleich zu herkömmlichen Produkten ein gesünderes Image. Aber sind Bio-Lebensmittel tatsächlich gesünder? Daran scheiden sich die Geister. Fest steht, dass in Bio-Lebensmitteln nur wenige Zusatzstoffe enthalten sein dürfen und sie weisen weniger Nitrat sowie nur selten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Zudem sind sie gentechnikfrei. Und über den Geschmack lässt sich bekanntlich sowieso nicht streiten.