Bewegungsmangel verschlimmert die Arthrose

Arthroseschmerzen können dazu führen, dass Bewegung kaum noch möglich ist. (Foto: nandyphotos / Fotolia)
Arthroseschmerzen können dazu führen, dass Bewegung kaum noch möglich ist. (Foto: nandyphotos / Fotolia)

Bei starken Schmerzen kann ein künstliches Gelenk Aktivität wieder ermöglichen

(dbp/auh) Der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Gelenks ist Arthrose. Es handelt sich dabei um eine krankhafte, alters- und belastungsbedingte Abnutzung der natürlichen Knorpelschicht. Das Gelenk entzündet sich, schwillt an und schmerzt bei jeder Bewegung, später auch in Ruhe. Am häufigsten betroffen sind Hände, Knie und Hüften, prinzipiell kann aber jedes Gelenk erkranken.

Die Schäden am Knorpel werden häufig von einer Fehlbelastung in Folge von Übergewicht verursacht. Besonders oft bilden sich Arthrosen in den Knie- und Hüftgelenken, weil diese viel Gewicht „stemmen“ müssen. Die starken Schmerzen an Knie und/oder Hüfte halten viele Patienten davon ab, sich zu bewegen. Ein Teufelskreis entsteht: Bewegungsmangel verschlimmert die Arthrose.

Teufelskreis Bewegungsmangel

Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte aller Deutschen über 50 Jahre zumindest an einem Gelenk von Verschleiß betroffen sind. Mehr als neun Millionen Menschen leiden unter ständigen Schmerzen durch Arthrose oder Arthritis. Beim jüngsten Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) wurde mitgeteilt, dass sich jeder zweite über 65-Jährige kaum noch körperlich bewegt.

Zu wenig Bewegung ist aber nicht nur ein Risikofaktor für Übergewicht, sondern auch für Bluthochdruck, Diabetes sowie Herz- und Gefäßkrankheiten. „Eine Gelenkprothese kann Menschen mit schwerer Arthrose an Knie oder Hüfte aus diesem Teufelskreis befreien“, sagte DKOU-Kongresspräsident Professor Henning Windhagen.

Die Implantation von künstlichen Gelenken, den sogenannten Endoprothesen, zählt heute zu den Routineoperationen. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) findet: „Die Gelenkersatzoperation ist einer der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe der letzten Jahrzehnte.“ Jährlich erhalten rund 400.000 Patienten in Deutschland ein künstliches Gelenk.

Operiert wird, wenn nichts mehr geht

Erst wenn sämtliche konservative Behandlungsformen wie Krankengymnastik, Bäder, Kälte- und Wärmebehandlungen sowie Medikamente dem Patienten nicht mehr helfen können, ist eine Gelenkoperation angezeigt. Nach Informationen der Deutschen Rheuma-Liga gibt es kaum Kontraindikationen für eine Endoprothese: „Außer bei sehr schlechter Knochenqualität, ungünstigen anatomischen Voraussetzungen oder eitrigen Entzündungen können Gelenkprothesen bei fast allen Gelenkerkrankungen zum Einsatz kommen.“

Nicht bei allen Patienten kann durch die Operation eine vollständige Schmerzfreiheit erzielt werden. „Durch die moderne Endoprothetik lassen sich die Schmerzen bei rund 70 Prozent der Patienten völlig beheben“, teilt der BVMed mit. Betroffene sollten sich an eine zertifizierte Einrichtung wenden, um bei einem anstehenden Gelenkersatz die beste Versorgung zu erhalten. Sogenannte Endoprothetikzentren, die sich nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie richten, bieten eine leitliniengerechte Versorgung und hohe Qualitätsstandards.

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