Bewegungsmangel so gefährlich wie Rauchen

Spätestens ab 30 sollten Frauen mehr Bewegung in ihr Leben bringen. (Foto: Halfpoint / Fotolia)
Spätestens ab 30 sollten Frauen mehr Bewegung in ihr Leben bringen. (Foto: Halfpoint / Fotolia)

(dbp/auh) Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) bei Frauen unter 30.

Bei älteren Frauen steht Bewegungsmangel an erster Stelle der Gefahren für die Herzgesundheit. Das ist das Ergebnis einer Studie, auf die der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) hinweist.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Rauchen für ältere Frauen weniger gefährlich ist. Das seltsame Studienergebnis ist der Tatsache geschuldet, dass junge Frauen häufiger rauchen. „Viele Frauen hören dann aber Ende 20 zum Glück wieder mit dem Rauchen auf“, kommentiert BNK-Vorsitzender Dr. Norbert Smetak.

„Beruf, Familie und Kinder führen bei vielen Frauen dazu, dass sie sich mit zunehmendem Alter immer weniger bewegen. Dabei würden pro Woche schon 150 Minuten Bewegung mittlerer Intensität ausreichen, um eine KHK zu vermeiden“, erklärt Dr. Smetak.

Bei der KHK führen Ablagerungen von Fett und Bindegewebe in den Herzkranzgefäßen zu Verengungen oder Verschlüssen der Herzkranzgefäße (Koronararterien), so dass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Ist die Durchblutung stark eingeschränkt, kann es aufgrund des Sauerstoffmangels zum Absterben von Herzmuskelzellen und damit zu einem Herzinfarkt kommen. Sollten in entsprechenden Voruntersuchungen sich konkrete Hinweise auf verengte Koronararterien ergeben, untersuchen Kardiologen die Gefäße mit einer Koronarangiografie (Herzkatheter). Zum Ausschluss einer Koronarerkrankung können in besonderen Fällen auch Computertomografie (CT-Angio) und Magnetresonanztomografie zum Einsatz kommen.