Bewegung entwaffnet gefährliches Bauchfett

Übergewichtige, die sich viel bewegen, leben gesünder. (Foto: Bernd Leitner / Fotolia)
Übergewichtige, die sich viel bewegen, leben gesünder. (Foto: Bernd Leitner / Fotolia)

(dbp/auh) Bei stark übergewichtigen Menschen senden die Zellen im Fettgewebe Stoffe in die Blutbahn, die krank machen können.

Körperliche Aktivität führt dazu, dass die Produktion dieser sogenannten Zytokine gedrosselt wird.

Einzelne Zytokine können Entzündungsprozesse auslösen, zu Asthma führen und sogar die Entstehung von Depressionen begünstigen. „Jetzt können wir uns besser erklären, warum solche Krankheiten häufiger bei adipösen Patienten auftreten“, erläutert Professor Hubertus Himmerich vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) Adipositas-Erkrankungen der Universität Leipzig. Der Psychiater und Adipositasforscher bezieht sich auf eine interdisziplinäre Studie, an der er mitgewirkt hat und die nach seinen Angaben erstmals bestimmte Zytokine untersucht hat, die man üblicherweise nicht mit adipositasbedingten Krankheiten im Zusammenhang sieht, zum Beispiel Interleukin-5 und Interleukin-13.

Das Forscherteam untersuchte 200 Studienteilnehmer im Alter von 18 bis 70 Jahren und fand heraus, dass normalgewichtige Probanden (BMI unter 30) niedrigere Zytokinspiegel haben als adipöse (BMI ab 30). Und: Bei stark Übergewichtigen, die sich viel bewegen, sind weniger Zytokine im Blut als bei Bewegungsmuffeln. Am höchsten sind die Werte bei Personen mit bauchbetontem Übergewicht.

Die Studie liefert auch Hinweise auf den Zusammenhang von Übergewicht und Depressionen. Eine erhöhte Produktion bestimmter Zytokine kann zur Entstehung von Depressionen beitragen, weil diese die Bildung von Serotonin hemmen. Depressive Patienten, die zusätzlich adipös sind, zeigen die höchste Konzentration dieser Zytokine.