Betrunkene Narren sind nicht komisch

Mit Alkohol ist nicht zu spaßen –  wer zu viel oder zu häufig trinkt, riskiert Organ- und Nervenschäden. (Foto: Bilderbox)
Mit Alkohol ist nicht zu spaßen – wer zu viel oder zu häufig trinkt, riskiert Organ- und Nervenschäden. (Foto: Bilderbox)

Vorsicht beim Alkoholkonsum – auch in der Karnevalszeit

(dbp/auh) Die Dosis macht das Gift. Auch für Alkohol trifft dieser Satz zu, sogar buchstäblich, denn beim Abbauprozess von Alkohol entsteht im Körper ein Zellgift: Acetaldehyd. Kleine Mengen dieser Substanz sind kein Problem für den gesunden, ausgewachsenen Organismus, aber zu viel davon kann zu schwerwiegenden Organ- und Nervenschäden führen.

Für Kinder kann Alkohol tödlich sein. Lebensgefahr besteht bei einer Menge von drei Gramm Alkohol pro Kilo Körpergewicht. Ein Kind, das 15 kg wiegt, kann also nach drei Gläsern Wein sterben. Wer sich das vor Augen hält, wird schnell einsehen, warum Heranwachsende gar keinen Alkohol trinken sollten.

Die Realität sieht leider anders aus. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist das sogenannte Rauschtrinken bei Teenagern zwar zurückgegangen, aber es waren im Jahr 2011 noch 15,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, die sich regelmäßig betrinken (gegenüber 20,4 Prozent im Jahr 2008). Unter 16-Jährige dürfen eigentlich gar keinen Alkohol trinken. Ab 16 sind Bier, Wein und Sekt erlaubt. Für „härtere Sachen“, dazu gehören auch Mixgetränke mit Spirituosen, muss man in Deutschland volljährig sein.

Zurückhaltung auch in der närrischen Zeit

Aber auch Erwachsene sollten sich beim Alkoholtrinken zurückhalten, weil sie mit ihrem Verhalten für Kinder ein Vorbild sind – ob sie es wollen oder nicht. Das gilt auch für die närrische Zeit, findet die BZgA und hat folgende Tipps parat, um den gesundheitlichen und sozialen Risiken eines zu hohen Alkoholkonsums im Karneval vorzubeugen:

Alkohol nicht als Durstlöscher einsetzen;

• Sich Zeit lassen beim Trinken und zwischendurch immer wieder Alkoholfreies zu sich nehmen;

• Praktiken wie „Runden trinken“ vermeiden oder bewusst einige Runden aussetzen.

Die BZgA empfiehlt gesunden Erwachsenen, im Durchschnitt eine tägliche Höchstmenge Alkohol nicht zu überschreiten: 24 Gramm Alkohol pro Tag für Männer und 12 Gramm für Frauen. Außerdem sollten sie mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche einhalten. Denn ganz abgesehen von der Suchtproblematik, die auf jeden zukommt, der regelmäßig Alkohol trinkt, sind die Gesundheitsschäden durch Dauerkonsum zahlreich und schwerwiegend. Und in den meisten Fällen nicht reparabel.

Vorsicht mit Schmerzmitteln

Wer es aber in den tollen Tagen nicht lassen kann, „einen über den Durst“ zu trinken, der muss mit einem Brummschädel am nächsten Morgen rechnen. Den mit Schmerzmitteln zu bekämpfen, ist nicht zu empfehlen, da die gängigen Wirkstoffe Magen (Acetylsalicylsäure) und Leber (Paracetamol) zusätzlich belasten können. Hilfreich hingegen ist die Zufuhr von Magnesium (als Brausetablette oder Granulat), um Krämpfe und Verspannungen zu lösen. Experten raten zu einem Katerfrühstück, bei dem Fisch und Eier nicht fehlen sollten. Fisch liefert nämlich Zink, das für den Alkoholabbau in der Leber gebraucht wird und Eigelb enthält die wertvolle Aminosäure Cystein, die Zellschäden reparieren kann.

Mit Restalkohol und auf wackligen Beinen zum Training oder ins Fitness-Studio? Lieber nicht. Die Infektanfälligkeit ist erhöht und ausschwitzen kann man den Alkohol ohnehin nicht. Wer sich bewegen möchte, sollte einen Spaziergang an der frischen Luft machen.