Bestrahlung minimiert Rückfallrisiko

Eine von acht Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, jede zehnte ist bei der Erstdiagnose jünger als 45 Jahre. (Foto: Arto / Fotolia)
Eine von acht Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, jede zehnte ist bei der Erstdiagnose jünger als 45 Jahre. (Foto: Arto / Fotolia)

Die Radiotherapie nach einer brusterhaltenden Krebsoperation gilt als unverzichtbar

(dbp/auh) Brustkrebs wird dank der Reihen-Röntgenuntersuchung (Mammografie-Screening) immer häufiger in einem frühen Stadium erkannt. Ist der Tumor relativ (im Verhältnis zur Brust) klein und lokal umgrenzt, kann er meist operativ entfernt werden, ohne die ganze Brust zu amputieren. In mehr als der Hälfte aller Brustkrebsfälle ist eine solche brusterhaltende Operation (Lumpektomie) möglich.

Etwa vier bis sechs Wochen danach beginnt die Bestrahlung der operierten Brust. Diese Nachbehandlung ist notwendig, um das Rückfallrisiko zu reduzieren. Die Bestrahlung schädigt eventuell noch vorhandene Krebszellen und Tumorreste. Der Krebsinformationsdienst weist darauf hin, dass damit indirekt auch die Streuung von verbliebenen Tumorzellen verhindert werden kann, die zu Metastasen in Knochen und anderen Organen führen kann.

Wochenlang jeden Werktag zur Bestrahlung

Doch viele Frauen empfinden die wochenlange Bestrahlung im Anschluss an die Brustkrebsoperation als Belastung. Immerhin müssen sie jeden Werktag zur ambulanten Radiotherapie und das über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen, je nach angewendetem Verfahren. Denn die notwendige Strahlendosis wird nicht auf einmal gegeben, sondern „fraktioniert“, das bedeutet: auf kleinere Einheiten verteilt. Die gesamte Strahlendosis auf einmal zu erhalten, würde das mitbestrahlte gesunde Gewebe zu sehr schädigen, insbesondere die Haut.

Doch organisatorische Schwierigkeiten, zum Beispiel lange Anfahrtswege, können behoben werden. Denn die Bestrahlung muss nicht in der möglicherweise weit entfernten Klinik vorgenommen werden, in der die Operation stattfand. Auch eine radiologische Klinik oder Praxis in Wohnortnähe kann sich gut eignen. Das sollten die Patientinnen aber mit ihrem Arzt besprechen, rät der Krebsinformationsdienst. Tipps für die Suche nach einer geeigneten Einrichtung oder einem qualifizierten niedergelassenen Radiologen, der sich auf die Behandlung von Krebs spezialisiert hat (Radioonkologe), gibt es unter www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/ansprechpartner.php.

Unkenntnis macht Angst vor der Bestrahlung

Häufig sind die Vorbehalte gegen die Radiotherapie aber eher emotionaler Natur: Angst und Depressivität bestimmen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) die Gemütslage vieler Krebspatienten zu Beginn der Strahlentherapie. Das hat eine Befragung an der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Regensburg unter der Leitung von Professor Oliver Kölbl ergeben. Seine Erklärung: „Die meisten Tumorpatienten wissen anfangs wenig über die Strahlentherapie, und das verunsichert sie.“ Es habe sich gezeigt, dass die Angst bei den meisten Patienten bereits nach der ersten Strahlentherapiesitzung nachlasse. Je aufgeklärter die Patienten seien, je mehr sie im Gespräch mit dem Arzt erführen, desto schneller könnten sie die Furcht verlieren und die Radiotherapie als Verbündete im Kampf gegen den Krebs sehen.

Nach einer brusterhaltenden Operation sollte auf keinen Fall auf eine Strahlentherapie verzichtet werden. „Sie ist hier zwingend notwendig“, mahnt Professor Jürgen Dunst von der DEGRO.