Bestattungsvorsorge entlastet Angehörige

Es ist für viele ein beruhigender Gedanke, wenn die eigene Bestattung bereits im Voraus geregelt ist. (Foto: aletia2011 / Fotolia)
Es ist für viele ein beruhigender Gedanke, wenn die eigene Bestattung bereits im Voraus geregelt ist. (Foto: aletia2011 / Fotolia)

Die Gestaltung der eigenen Beerdigung kann zu Lebzeiten verbindlich festgelegt werden

(dbp/auh) Mit dem Thema Bestattung beschäftigen sich die meisten Menschen erst dann, wenn es unumgänglich geworden ist. Dann tauchen viele Fragen auf, die einen trauernden Angehörigen überfordern können. Schon das Ausmaß der erforderlichen Formalitäten trifft den Hinterbliebenen unvorbereitet. Welche Dokumente müssen bei welchen Ämtern eingereicht werden? Wird Witwen- oder Waisenrente automatisch bezahlt oder muss sie beantragt werden? Für diese und viele andere Probleme ist der Bestatter der richtige Ansprechpartner. Er weist den Weg durch den Dschungel der Bürokratie und nimmt den Angehörigen auf Wunsch auch Behördengänge ab.

Es gibt aber auch Fragen, die nur zu Lebzeiten des Verstorbenen geklärt werden können. Wie hätte er sich seinen „letzten Gang“ gewünscht? Alle Details müssen entschieden werden: die Wahl der Totenkleidung, der Text für die Traueranzeige, die Musik bei der Trauerfeier. Welche Form der Beerdigung (Erd-, Feuer- oder Seebestattung) hätte er sich gewünscht? Soll die Totenfeier kirchlich oder weltlich gestaltet werden?

Über diese Einzelheiten wird in den wenigsten Familien offen gesprochen. Damit die Hinterbliebenen nicht gänzlich ratlos zurückbleiben, bieten Bestatter verschiedene Formen der Bestattungsvorsorge an. Vor allem, wenn man ganz bestimmte Vorstellungen hat, wie die eigene Beerdigung aussehen soll, bietet es sich an, mit dem Experten über die Machbarkeit zu sprechen.

Treuhandvermögen ist geschützt

In einem sogenannten Bestattungsvorsorgevertrag werden alle Punkte festgehalten, die dereinst im Todesfall berücksichtigt werden sollen. Davon abhängig erstellt der Bestatter einen Kostenrahmen. „Für das Gespräch und den Vertragsabschluss entstehen dem Vorsorgenden keine Gebühren“, betont Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur. Damit die im Vertrag festgelegten Bestimmungen auch mit Sicherheit durchgeführt werden können, gibt es zwei Möglichkeiten der finanziellen Vorsorge: der Treuhandvertrag und die Sterbegeldversicherung. Bei beiden Varianten ist das Geld – anders als Bargeld oder Sparvermögen – im Fall der Pflegebedürftigkeit vor dem Zugriff durch das Sozialamt geschützt.

„In der Regel ist die Sterbegeldversicherung für jüngere Menschen die bessere Wahl, das Treuhandkonto bietet sich für ältere Vorsorgende an“, erläutert Wirthmann. Das Treuhandvermögen oder der Versicherungsbetrag wird im Todesfall an den Bestatter ausgezahlt, damit er die Wünsche des Verstorbenen erfüllen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann dem Bestatter das Totenfürsorgerecht übertragen und im Bundesnotarregister registrieren lassen.

Wer sich beim Beratungsgespräch nicht wohl fühlt, sollte sich nicht scheuen, den Bestatter zu wechseln, empfiehlt Wirthmann. Ein ungetrübtes Vertrauensverhältnis sei sehr wichtig. Schwarze Schafe, die es in jedem Gewerbe gebe, würde man zum Beispiel daran erkennen, dass sie Beerdigungen zum Schnäppchenpreis anbieten. „Für 600 Euro gibt es aber keine würdevolle Bestattung“, so Wirthmann.