Bessere Vergütung für Altersmedizin

Hochbetagte Patienten dürfen sich freuen. Für ihre Versorgung steht ab dem 01. Juli 2016 mehr Geld zur Verfügung. (Foto: Fotolia / Konstantin Sutyagin)
Hochbetagte Patienten dürfen sich freuen. Für ihre Versorgung steht ab dem 01. Juli 2016 mehr Geld zur Verfügung. (Foto: Fotolia / Konstantin Sutyagin)

(dbp/fru) Die Altersmedizin (Geriatrie) beschäftigt sich mit typischen Erkrankungen des Alters.

Meistens sind die Patienten hochbetagt und multimorbide – sie leiden also gleichzeitig an mehreren (eher chronischen) Krankheiten, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Inkontinenz oder Krebs.

Der Geriater kennt den Patienten und seine Krankengeschichte sehr genau und kann somit sehr gut als Kooperationspartner für andere Fachrichtungen wie Internisten, Orthopäden oder Rheumatologen aber auch Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Ernährungsberater fungieren. Er hat unter anderem den Überblick über die verschriebenen Medikamente und kann mögliche Wechselwirkungen besser einschätzen.

Nur speziell ausgebildete Ärzte zulassen

Aufgrund des demografischen Wandels werden mehr Menschen immer älter. Dadurch entstehen natürlich auch immer mehr behandlungs- und begleitungsbedürftige Erkrankungen. Deshalb ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass sich seit dem 01. Juli 2016 auch die Voraussetzungen, hochbetagte Patienten ambulant von einem Geriater behandeln zu lassen, gebessert haben. Ein geriatrisch qualifizierter Arzt kann seine erbrachten Leistungen jetzt besser abrechnen. Schließlich bedarf ein sehr alter Patient besonderer Fürsorge und kostet den betreuenden Arzt entsprechend viel Zeit.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) warnt aber gleichzeitig vor den Überlegungen einiger Landesärztekammern, zukünftig Hausärzte im „Schnelldurchlauf“ zu Spezialisten für Altersmedizin auszubilden. Das würde die Versorgung Hochbetagter nicht verbessern, sondern voraussichtlich eher verschlechtern. Der Mangel an Geriatern dürfe nicht dazu führen, die  Voraussetzungen zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Geriatrie so weit abzusenken, dass diese Zusatzbezeichnung in einem 40 Stunden-Kurs zu erwerben sei. Wie für andere Zusatzweiterbildungen sei auch für die Geriatrie eine Mindestweiterbildungszeit von 18 Monaten erforderlich.