Berührungen als Anstoß zur Heilung

Sanfte Berührungen oder Druck auf bestimmte Punkte sollen beim Shiatsu Energieströme in die richtigen Bahnen lenken. (Foto: Fotolia / Kzenon)
Sanfte Berührungen oder Druck auf bestimmte Punkte sollen beim Shiatsu Energieströme in die richtigen Bahnen lenken. (Foto: Fotolia / Kzenon)

Das japanische Shiatsu spürt Energieströme auf.

(dbp/spo) Wie viele fernöstliche Behandlungsmethoden geht auch Shiatsu davon aus, dass im menschlichen Körper eine Lebensenergie, das Qi, durch bestimmte Meridiane strömt. Ziel der Shiatsu-Therapeuten ist es demnach, durch Berührungen vorhandene Störungen in diesem Strom zu beheben. Die Philosophie dahinter: Wenn das Qi aus dem Gleichgewicht gerät, können sich Krankheitssymptome entwickeln. Ein Gegenmittel ist das Zurücklenken der Ströme in ihre natürliche Ausgewogenheit

Beim Shiatsu, das seinen Ursprung in Japan hat, aber auf der traditionellen chinesischen Medizin basiert, versuchen die Therapeuten, dieses Ziel mit Berührungen und sanftem Druck an bestimmten Punkten des Körpers zu erreichen. Die Punkte sind dabei dieselben wie bei der Akupunktur, nur dass nicht mit Nadeln gearbeitet wird. Wie die Gesellschaft für Shiatsu Deutschland (GSD) betont, soll die Methode keineswegs eine Alternative zur klassischen Medizin sein, sondern sie lediglich ergänzen.

Behandlung in Bauch, Rücken- oder Seitenlage

Shiatsu-Therapeuten erstellen keine Krankheitsdiagnose, sondern einen energetischen Befund und damit einen Weg, wie gezielte Berührungen die Selbstheilungskräfte anregen können. Die Behandlung erfolgt im Liegen auf einer weichen Matte. Laut GSD beginnt der Therapeut mit leichten Berührungen an Bauch und Rücken – dort, wo sich die Qi-Meridiane befinden. Dadurch soll zunächst der Zustand der Energieströme analysiert werden. Die Behandlung dauert zwischen 40 und 60 Minuten und ist sehr individuell. In Rückenlage, auf der Seite, im Sitzen oder in Bauchlage – welche Berührungen wie aufeinander folgen, ist unterschiedlich. Gleiches gilt für ihre Dynamik: ob sanft oder mit leichtem Druck, ob langsamer oder schneller, ob mit Handballen, Daumen oder Ellbogen. Aus den Reaktionen des Patienten erschließt sich das weitere Vorgehen. Shiatsu will weder „etwas wegmachen“ noch „besser machen“, erklärt die Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland. Die Praktiker verstehen sich viel mehr als jene, die ihren Patienten den Anstoß geben, ihr persönliches Energiepotenzial zu nutzen. Eingesetzt wird die Methode zum Beispiel bei chronischen Schmerzen und Verspannungen oder Verdauungsproblemen. Manche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in bestimmten Fällen einen Teil der Kosten, weshalb es sich lohnen kann, vor einer Behandlung bei der Krankenkasse nachzufragen.

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