Belastungsinkontinenz bei COPD-Patienten

Beckenbodentraining hilft zur Vorbeugung und Therapie der Belastungsinkontinenz. Die richtigen Übungen kann z. B. ein Physiotherapeut zeigen. (Foto: Fotolia / von Lieres)
Beckenbodentraining hilft zur Vorbeugung und Therapie der Belastungsinkontinenz. Die richtigen Übungen kann z. B. ein Physiotherapeut zeigen. (Foto: Fotolia / von Lieres)

(dbp/fru) Die Belastungsinkontinenz wird auch als Stressinkontinenz bezeichnet.

Dabei hat das Leiden nichts mit psychischem Stress zu tun, sondern beschreibt eine physische Stresseinwirkung auf den Verschluss der Harnblase, die durch eine Druckerhöhung ausgelöst werden kann (z. B. beim Niesen, Husten oder Tragen von Lasten). Meist sind es Frauen, die von dieser Form der Harninkontinenz betroffen sind (bis zu 40% der inkontinenten Frauen). Ursachen können ein ungenügender Verschluss der Harnblase infolge einer Schwächung der Beckenbodenmuskulatur (z. B. durch Absinken der Blase und/oder der Gebärmutter), Entbindungen oder eine Bindegewebsschwäche sein.

COPDPatienten profitieren von Beckenbodentraining

Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)  leiden besonders häufig unter dem unwillkürlichen Harnverlust – vor allem weil ihr Husten meist chronisch ist. Zur Behandlung der Harninkontinenz, aber auch zu ihrer Vorbeugung, wird neben bestimmten Medikamenten auch ein gezieltes Beckenbodentraining empfohlen. „Regelmäßige Beckenbodenübungen führen – wenn sie richtig ausgeführt werden – zu einer Stärkung und Straffung der Beckenbodenmuskulatur und dienen somit gleichermaßen zur Vorbeugung und Behandlung einer Harninkontinenz“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP).

„Die Fähigkeit, den eigenen Beckenboden wahrzunehmen und diesen isoliert anzuspannen, ist tatsächlich eine ausgesprochen wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Beckenbodentraining“, erklärt der Experte weiter. Um das Training der richtigen Muskelpartien zu erlernen, sei es daher empfehlenswert, sich von einer geschulten Person wie z. B. einem Physiotherapeuten geeignete Übungen zeigen zu lassen. Bei der Vermittlung entsprechender Kurse könnten auch die Lungenärzte behilflich sein.