Beim Ausatmen Lungenkrebs diagnostizieren

Beim Ausatmen weisen Lungenkrebs-Patienten andere Duftmoleküle auf als gesunde Menschen. Das wollen sich Lungenforscher jetzt zunutze machen. (Foto: magicmine / Fotolia)
Beim Ausatmen weisen Lungenkrebs-Patienten andere Duftmoleküle auf als gesunde Menschen. Das wollen sich Lungenforscher jetzt zunutze machen. (Foto: magicmine / Fotolia)

(dbp/fru) Manche Lungenerkrankung deutet sich bereits im Atem des Patienten an.

Einfach in ein Gerät hineinpusten und schon kann man erkennen, ob beispielsweise eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms oder eine Infektion mit einem Helicobacter pylori vorliegt.

Die Atemtests weisen dabei die Konzentrationen von Harnstoff und Wasserstoff nach, die als „Abfallprodukte“ bei den verschiedenen Erkrankungen anfallen, über den Blutkreislauf in die Lunge gelangen und anschließend ausgeatmet werden. Die Atemluftanalyse ist also ein innovatives Diagnostikverfahren und könnte in Zukunft auch dafür eingesetzt werden, Lungenkrebs zu diagnostizieren.

Hundenasen elektronisch ersetzen

Dass Hunde Lungenkrebs erschnüffeln können, ist schon länger bekannt. Lungenkrebs-Patienten weisen nämlich im Atem andere Duftmoleküle auf als gesunde Menschen. Trainierte Hunde können diesen Unterschied dank ihres extrem empfindlichen Geruchssinns in der Atemluft wahrnehmen, sogar wenn sich die Krankheit noch in einem recht frühen Stadium befindet. Lungenforscher möchten sich diese Tatsache zunutze machen und die empfindliche Hundenase elektronisch ersetzen.

„Grundsätzlich ist die Analyse der Atemluft ein sehr vielversprechendes – wenn auch derzeit noch experimentelles – Verfahren, mit dem sich neben Lungenkrebs zum Beispiel auch wichtige Infektionen oder auch eine sich anbahnende Abstoßungsreaktion bei Transplantierten erkennen lassen“, erläutert Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig. Die Technik dazu sei längst da. Allerdings werde man noch etwa zehn Jahre brauchen, bis das Verfahren alltagstauglich ist, erklärt der Experte.