Bei „Risikokindern“ Blutfette kontrollieren

Bei familiärer Hypercholesterinämie müssen öfter die Blutfettwerte gemessen werden. (Foto: Bilderbox)
Bei familiärer Hypercholesterinämie müssen öfter die Blutfettwerte gemessen werden. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Hat in einer Familie jemand in frühen Jahren einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten, sollten Eltern ein waches Auge auf die Cholesterin-Werte ihrer Kinder haben.

Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf seiner Internetseite www.kinderaerzte-im-netz.de hin.

Gleiches gilt, wenn bei Verwandten erhöhte Blutfettwerte festgestellt wurden oder sie sogenannte Xanthome aufweisen. Das sind kleine Knötchen über den Strecksehnen – insbesondere der Achillessehne – oder gelbliche Einlagerungen in der Haut. Auch in diesen Fällen sollten Eltern aufmerksam sein, was die Werte ihrer Kinder anbelangt. „Die sogenannte familiäre Hypercholesterinämie ist eine der häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankungen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des BVKJ. Bei dieser Erbkrankheit sind die LDL-Cholesterinspiegel um das zwei- bis zehnfache des Normalwertes erhöht. Wird die Erkrankung nicht behandelt werde, könnten Herz-Kreislauf-Probleme in bereits jungen Jahren und ein früher Herztod die Folgen sein. Die familiäre Hypercholesterinämie könne durch cholesterinsenkende Medikamente gut in den Griff bekommen werden, sagt Dr. Fegeler. Die Mittel müssten allerdings von einem Kinder- und Jugend-Gastroenterologen eingestellt werden.

Allerdings können erhöhte Blutfettwerte auch viele andere Ursachen haben. In manchen Fällen reiche eine Änderung des Lebensstils aus, um die Werte zu normalisieren. Mehr Bewegung, gesündere Ernährung (zum Beispiel der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke) und ausreichend Schlaf seien günstig.