Bei Rheuma muss genauer differenziert werden

Schmerzende Gelenke können auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen. (Foto: nebari / Fotolia)
Schmerzende Gelenke können auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen. (Foto: nebari / Fotolia)

(dbp/cwr) Eine gründliche Anamnese ist wichtig, wenn ein Patient mit so genannten „Knubbelfingern“ – also Verdickungen an den Fingerlenken – eine internistische Praxis aufsucht.

Zwar gehört nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen (BDRh) ein Großteil der Ursachen in die Gruppe der rheumatischen Erkrankungen, doch es müsse genauer differenziert werden. Denn die Diagnose bestimmt die Art der Behandlung. Und die kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Zu den rheumatischen Erkrankungen gehört beispielsweise die Arthrose der Fingergelenke, die rheumatoide Arthritis, die Polyarthritis, die Psoriasis-Arthritis, Gicht oder Bindegewebserkrankungen. Ein erster Anhaltspunkt für die Ursache ist die Frage, ob die Schwellungen schmerzen oder nicht. „So zeichnen sich ‚Knubbelfinger‘ bei Polyarthrose durch reizlose, derb-harte Verdickungen aus, während sie zum Beispiel bei der Arthritis psoriatica oft schmerzhaft, gerötet und geschwollen sind“, erklärt Dr. Florian Schuch, Vorstandsmitglied des BDRh. Schwierig werde es, wenn die Polyarthrose sich weiter entwickelt. Dann nämlich bilden sich Entzündungen und die ‚Knubbel‘, die erst keine Beschwerden gemacht haben, beginnen zu schmerzen. „Gerade diese sogenannte aktivierte Arthrose ist manchmal von einer Polyarthritis oder Gicht schwer zu unterscheiden“, sagt der Experte.

Manchmal überlagern sich die verschiedenen Erkrankungen auch. Beispielsweise kann ein Patient mit Fingerpolyarthrose zusätzlich an rheumatoider Arthritis erkranken. „Das ist im Alltag gar nicht so selten“, sagt Dr. Schuch. Tückisch wird es nach Meinung des Arztes dann, wenn die Schmerzen einfach der Arthrose zugeschrieben werden und die rheumatoide Arthritis nicht erkannt wird. „Das kann für den Patienten fatal sein, da die rheumatoide Arthritis so früh wie möglich behandelt werden sollte“, sagt der Rheumatologe.

Er fordert seine Berufskollegen deshalb auf, den rheumatischen Erkrankungen mit einer umfassenden Differentialdiagnostik zu begegnen. Dazu gehören Gelenksonographie, Röntgen, Kernspintomographie der Gelenke und spezielle rheumatologische Blutuntersuchungen. Eine Arztsuche gibt es hier: www.internisten-im-netz.de/aerzte.