Bei Krampfadern: Vene reparieren statt entfernen

Zur Therapie von Krampfadern gibt es unterschiedliche Methoden. (Foto: zlikovec / Fotolia)
Zur Therapie von Krampfadern gibt es unterschiedliche Methoden. (Foto: zlikovec / Fotolia)

(dbp/auh) Bei Krampfadern könnte in Zukunft eine Reparatur der Venenklappen die bisherigen Standardtherapien (Entfernen oder Veröden) ablösen.

In einer Auswertung von Langzeitdaten konnten Forscher der Ruhr-Universität Bochum um den Phlebologen Professor Achim Mumme zeigen, dass die venenerhaltende Therapie tatsächlich langfristig wirksam ist.

Die Mediziner raten dazu, die verschiedenen Therapieoptionen zunächst gründlich zu prüfen, bevor wertvolle Venen zerstört oder entfernt werden. Mit der operativen Entfernung oder der Verödung der Stammvene mittels Laser oder Radiowellen sei die Krampfader zwar beseitigt, aber „damit verliert der Patient auch wertvolles Material, das mitunter für Bypassoperationen am Herzen oder an den Beinarterien dringend benötigt wird“, so die Mitteilung der Klinik für Gefäßchirurgie an der Ruhr-Universität Bochum.

Anders bei der „extraluminalen Valvuloplastie“. Dabei legen Gefäßchirurgen eine enge Kunststoffhaut an kritischen Stellen um die Vene und verengen sie so wieder. Dadurch können die Venenklappen wieder schließen, das Blut nicht mehr nach unten fließen. Die Vene kann sich erholen.

Die Methode gibt es schon länger, aber bisher war nicht bekannt, ob sie auch langfristig wirksam ist. Das habe sich nun durch die Arbeit von Professor Mumme geändert. Er plädiert dafür, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung arteriosklerotischer Erkrankungen wie Rauchern, Diabetikern und Bluthochdruckpatienten kritisch zu prüfen, ob Krampfadern wirklich operativ entfernt oder per Laser, Radiowellen oder Schaum verödet werden müssen. Mumme: „Die extraluminale Valvuloplastie ermöglicht es, das Organ Vene langfristig zu erhalten und sorgt dafür, dass im Bedarfsfall Material für einen Bypass zur Verfügung steht.“