Bei chronischem Husten zum Lungenfunktionstest

Nicht nur Raucher sollten bei chronischem Husten ihre Lungenfunktion testen. (Foto: Firma V / Fotolia)
Nicht nur Raucher sollten bei chronischem Husten ihre Lungenfunktion testen. (Foto: Firma V / Fotolia)

(dbp/cwr) Die chronisch‐obstruktive Lungenerkrankung (COPD) wird oft zu spät erkannt.

Darauf machen die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) aufmerksam. Sie beziehen sich auf eine britische Studie mit Daten von 38.859 COPD‐Patienten. 85 Prozent der Kranken hatten sich in einem Zeitraum von fünf Jahren vor der Diagnose mindestens einmal wegen Beschwerden der unteren Atemwege an einen Arzt gewandt, ohne dass die richtige Diagnose gestellt wurde. Doch gerade bei COPD sei eine frühe Diagnose wichtig, da die Krankheit chronisch fortschreite.

Die Lungenärzte ziehen aus der britischen Studie ihre eigenen Schlüsse: „Nicht nur in England, sondern auch hierzulande dürfte es Tausende von unerkannten COPD‐Patienten geben“, sagt Dr. med. Thomas Voshaar, Vorsitzender des VPK und Chefarzt der Medizinischen Klinik III im Krankenhaus Bethanien Moers. Dabei lasse sich die Krankheit durch eine einfache Lungenfunktionsprüfung eigentlich gut erkennen. Doch diese Untersuchung werde – ganz im Gegensatz zum Röntgen – von Allgemeinärzten noch zu wenig veranlasst.

„Ein großes Problem ist auch, dass die meisten Patienten erste Anzeichen einer COPD – wie chronischer Husten und zunehmende Atemnot – über viele Jahre hinweg verdrängen, indem sie sie als unbedenklichen Raucherhusten und altersbedingt abnehmende körperliche Fitness abtun“, erklärt Voshaar. Viele Betroffene würden erst einen Arzt aufsuchen, wenn bereits 50 Prozent ihrer Lungenfunktion unwiederbringlich verloren gegangen sind. Der Arzt rät daher allen Menschen, die unter chronischem Husten leiden, sich regelmäßig einem Lungenfunktionstest zu unterziehen.