Beerenobst steckt voller Pflanzenkraft

Sieht schön aus und hält gesund: Anthocyane in Heidelbeeren und Epicatechin im Kakao sind antioxidativ wirkende Flavonoide. (Foto: egitarrist / Fotolia)
Sieht schön aus und hält gesund: Anthocyane in Heidelbeeren und Epicatechin im Kakao sind antioxidativ wirkende Flavonoide. (Foto: egitarrist / Fotolia)

Dunkle Beerenfrüchte liefern schützende Anthocyane, gesunde Mineralstoffe und Vitamine

(dbp/auh) Beeren sind gesund. Jetzt im Spätsommer hat die Heidelbeere Hochsaison. Heike Kreutz vom aid-Infodienst in Bonn hat aus diesem Anlass Tipps für die Verwendung der dunkelblauen Beeren zusammengestellt: „Die süßen Früchte schmecken von der Hand in den Mund, aber auch im Obstsalat oder Müsli, im Milchshake und zu Quarkspeisen. Die säuerliche Frische der Heidelbeere kommt in Fruchtkaltschalen und Panna cotta, in Muffins und als Füllung in Pfannkuchen gut zur Geltung. Zudem lässt sich aus den blauen Beeren köstliche Marmelade, Kompott oder Saft zubereiten.“

Mineralstoffe und Vitamine

Heidelbeeren, auch Blaubeeren genannt, bringen nicht nur Farbe und Frische in den Speiseplan, sondern haben auch aus gesundheitlicher Sicht viel zu bieten: Sie enthalten viele Gerbstoffe, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen sowie Carotin und Vitamin C und E. Laut aid deckt eine Portion von 250 Gramm den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen. Besonderes Augenmerk verdienen die speziellen sekundären Pflanzenstoffe, die in Heidelbeeren enthaltenen sind, die Anthocyane.

Das Wort Anthocyan stammt vom griechischen „ánthos“ für Blüte und „kyános“ für dunkelblau. Anthocyane sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die Blüten und Früchten ihre rote, blaue oder violette Farbe geben. Sie stecken dementsprechend auch in blau oder violett blühenden Blumen und in vielen Obst- und Gemüsesorten, zum Beispiel in blauen Weintrauben, Holunderbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Brombeeren, Preiselbeeren, Auberginen und Rotkohl.

Antioxidative Schutzwirkung

Anthocyanen werden antioxidative, entzündungshemmende und gefäßschützende Eigenschaften zugesprochen. Auch sollen sie die Sehkraft unterstützen. Anthocyane sind effektive Fänger von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen, die oxidative Schädigungen von DNA, Proteinen und Lipiden verursachen können. Zumindest im Reagenzglas (in vitro) konnte nachgewiesen werden, dass ihre antioxidative Wirkung sehr viel größer ist als die von Vitamin C und Vitamin E.

Lange Zeit wurde zwar bezweifelt, dass diese Effekte auch im menschlichen Organismus funktionieren, da Anthocyane eine sehr geringe Bioverfügbarkeit haben. Das bedeutet: Nach dem Genuss von Trauben- oder Beerensaft können im Blut nur ganz geringe Mengen gemessen werden. Allerdings deuten jüngere Studien darauf hin, dass die Anthocyane trotzdem wirken. Zum Beispiel auf den Darm: „Wenn wir Mäusen mit akuten oder chronischen Darmentzündungen getrocknete Heidelbeeren ins Futter geben, dann geht es ihnen anschließend deutlich besser“, berichtet Professor Gerhard Rogler vom Universitätsspital Zürich. Die kranken Nager nehmen weniger ab als unbehandelte Artgenossen, ihr Darm ist weniger entzündet, er blutet weniger, die Darmschleimhaut enthält weniger entzündungsfördernde Signalstoffe, und die Mäuse haben wesentlich weniger Durchfall.

Dass Heidelbeeren bei Verdauungsbeschwerden helfen, ist eine uralte Volksweisheit. Bei Durchfall helfen getrocknete Heidelbeeren, die man auch aufkochen kann, Heidelbeertee oder -saft. Aber Achtung: Frische Beeren wirken abführend.

Übrigens: Der Gehalt an Anthoycanen ist stark von der Heidelbeersorte abhängig. Die kleinen Wald- oder Wildheidelbeeren (Vaccinium myrtillus) sind „durchgefärbt“ und haben daher etwa 20-mal mehr gesunden Farbstoff als die größeren Kulturheidelbeeren (Vaccinium corymbosum) mit ihrem hellen Fruchtfleisch.