Bayern bekommen häufiger neue Kniegelenke

Arthrose ist ein häufiger Grund für eine Kniegelenk-Operation. (Foto: S. Kaulitzki / Fotolia)
Arthrose ist ein häufiger Grund für eine Kniegelenk-Operation. (Foto: S. Kaulitzki / Fotolia)

(dbp/spo) Pro Jahr erhalten in Deutschland durchschnittlich 130 pro 100.000 Einwohner ein künstliches Kniegelenk – sei es aufgrund einer fortgeschrittenen Arthrose oder anderen Erkrankungen.

Wirft man einen Blick auf einzelne Landkreise, gibt es bei der Zahl der Knie-Operationen allerdings große Unterschiede. Spitzenreiter beim Einsatz künstlicher Kniegelenke sind Kliniken in Bayern und Hessen. Aber auch in Teilen Thüringens und Niedersachsens bekommen die Patienten im Schnitt deutlich häufiger eine Prothese als zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. Zu diesen Ergebnissen kommt der Faktencheck Knie-Operationen der Bertelsmann Stiftung, für den Experten der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie anonymisierte Daten der AOK ausgewertet hatten.

Höhere Nachfrage nach Operationen?

Die meisten künstlichen Gelenke wurden 2011 demnach im bayerischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim eingesetzt: 214 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Im brandenburgischen Frankfurt/Oder waren es nur 73 Gelenke pro 100.000 Einwohner. Die Ursachen für diese Versorgungsunterschiede sind unklar. „Es ist aber offensichtlich, dass nicht-medizinische Faktoren die Versorgung beeinflussen“, sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. „In wohlhabenden Gegenden wird häufiger am Knie operiert, obwohl die Menschen tendenziell seltener an Arthrose erkranken.“ Ein Grund dafür könnte sein, dass die Nachfrage nach operativen Eingriffen und die Erwartungen an die Lebensqualität höher sind.