Bauchspeicheldrüsenkrebs – die schleichende Gefahr

Bauchspeicheldrüsenkrebs kann man unter anderem mit Hilfe einer speziellen Magnetresonanztomographie (MRT) diagnostizieren. (Grafik: Robert Kneschke / Fotolia)
Bauchspeicheldrüsenkrebs kann man unter anderem mit Hilfe einer speziellen Magnetresonanztomographie (MRT) diagnostizieren. (Grafik: Robert Kneschke / Fotolia)

Bislang gibt es keine Früherkennungsuntersuchungen.

Manche Krebsarten verursachen frühzeitig Beschwerden, so dass eine Früherkennung möglich ist und die entsprechende Behandlung schnell eingeleitet werden kann. Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (in der Fachsprache Pankreaskarzinom) ist das anders: Diese Krebsart entwickelt sich schleichend und verursacht lange Zeit gar keine oder nur geringe Beschwerden und wenn diese sich erstmals ernsthaft bemerkbar machen, ist es für eine Heilung oft zu spät. Das Pankreaskarzinom weist die niedrigsten Überlebensraten unter allen Krebserkrankungen auf und ist die vierthäufigste Krebstodesursache.

Die aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) beziffern die Neuerkrankungsrate in Deutschland für Bauchspeicheldrüsenkrebs auf zirka 16.000 Fälle pro Jahr. Damit ist diese Krebsart im Vergleich zu anderen (zum Beispiel Darmkrebs mit jährlich ca. 62.000 Neuerkrankungen oder Lungenkrebs mit ca. 52.700) seltener aber leider umso tödlicher, weil dieser Krebs häufig in umliegendes Gewebe einwächst und Absiedlungen (Metastasen) in Leber, Lunge oder Knochen bildet. In diesen Fällen zielen die Behandlungsmaßnahmen darauf ab, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Verschiedene Diagnosemöglichkeiten

Wenn man jedoch ein Pankreaskarzinom frühzeitig erkennt und sich die Erkrankung lediglich auf die Bauchspeicheldrüse beschränkt, kann man mit Hilfe einer Operation auch eine vollständige Heilung erzielen. Insbesondere bei Gewichtsverlust, Schmerzen im Bauchbereich oder im Rücken und bei Gelbsucht sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

Dem Arzt stehen dann mehrere gleichwertige Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um Bauchspeicheldrüsenkrebs zu diagnostizieren. Dazu gehören beispielsweise Ultraschalluntersuchungen des Oberbauches (Sonographien), die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Letztere wird in Verbindung mit einer kernspintomografischen Methode zur Darstellung der Gallenwege und des Bauchspeicheldrüsenganges, der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP), durchgeführt.

Ursachen sind unklar

Was einen Bauchspeicheldrüsenkrebs bei einem Patienten letztendlich ausgelöst hat, bleibt unklar. Man kann jedoch sein eigenes Risiko reduzieren, indem man nur mäßig Alkohol konsumiert und auf das Rauchen von Zigaretten verzichtet sowie auf ein normales Gewicht achtet. Zudem scheint sich Bewegung positiv auszuwirken, insbesondere bei übergewichtigen Menschen.

In manchen Familien kommt das Pankreaskarzinom gehäuft vor, weshalb Experten auch von einem vorhandenen genetischen Risiko ausgehen. Wenn Verwandte ersten Grades (Vater, Mutter, Bruder, Schwester oder Kind) erkrankt sind, schätzen die Fachleute das eigene Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, deutlich höher ein. Einen entsprechenden Gentest, mit dem man das Risiko bei allen Familienmitgliedern sicher nachweisen kann, gibt es bislang nicht. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich in einem spezialisierten Zentrum beraten zu lassen. Weitere Informationen finden Betroffene und Interessierte auf der Internetseite der „Nationalen Fallsammlung Familiäres Pankreaskarzinom“ unter www.fapaca.de.

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Quellenangaben:
Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums (https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/bauchspeicheldruesenkrebs/), Informationen der Deutschen Krebshilfe (http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Leitlinien/PLL_Bauchspeicheldruese_WEB.pdf); Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/bauspeicheldruesenkrebs.html), alle aufgerufen im November 2015