Bammel vor dem Frauenarzt muss nicht sein

Der erste Besuch in der Frauenarztpraxis ist für Mädchen aufregend. Die Chemie zwischen Arzt (beziehungsweise Ärztin) und Patientin sollte stimmen. (Foto: Lisa F. Young/Fotolia)
Der erste Besuch in der Frauenarztpraxis ist für Mädchen aufregend. Die Chemie zwischen Arzt (beziehungsweise Ärztin) und Patientin sollte stimmen. (Foto: Lisa F. Young/Fotolia)

Was Mädchen vor dem ersten Gang zum Gynäkologen wissen sollten

(dbp/spo) Mit 14, 16 oder 17 – wann ist der richtige Zeitpunkt, zum Frauenarzt zu gehen? Eine klare Altersangabe dafür gibt es nicht. Doch egal in welchem Alter es passiert – für Mädchen und junge Frauen ist der erste Besuch mit vielen Fragen und auch Ängsten verbunden. Das muss aber nicht sein, wenn man sich im Vorfeld gut informiert.

Nur, weil die Pubertät beginnt, müssen Mädchen noch nicht automatisch zum Frauenarzt gehen. Dennoch gibt es nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einige gute Gründe, sich einen Termin zur Beratung oder Untersuchung geben zu lassen:

• Wenn es Fragen zur körperlichen Entwicklung, zu Sexualität und Verhütungsmethoden gibt.

• Wenn die Periode sehr unregelmäßig, extrem stark oder mit 16 noch gar nicht aufgetreten ist.

• Wenn an der Scheide Juckreiz, Rötungen oder schlecht riechender Ausfluss beziehungsweise im Unterbauch Schmerzen auftauchen.

• Natürlich wenn ein Rezept für die Pille gewünscht wird – und besonders dringend, wenn Mädchen glauben, schwanger zu sein.

Doch welcher Arzt oder welche Ärztin ist der/die Richtige? Grundsätzlich gilt in Deutschland die freie Arztwahl. Hilfreich ist es, vorher Frauen aus der Familie oder Freundinnen zu fragen, wen sie empfehlen können. Stellt sich beim Termin in der Praxis heraus, dass die Chemie nicht stimmt, ist es aber kein Problem, noch einmal zu wechseln. Wichtig ist das Gefühl, ernst genommen und verstanden zu werden.

Tastuntersuchung nur wenige Minuten

Weil es gut ist, das erste Gespräch nicht unter Zeitdruck zu führen, bieten manche Praxen spezielle Sprechstunden für Teenager an. Der Frauenarzt oder die -ärztin wird beim ersten Treffen zum Beispiel fragen, wann und in welchem Rhythmus die Periodenblutung einsetzt, ob es Vorerkrankungen oder Beschwerden gibt und ob schon Verhütungsmittel benutzt wurden.

Vielen Mädchen graust es im Vorfeld vor der Tastuntersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl. In der Praxis dauert sie aber nur wenige Minuten und tut nicht weh. Idealerweise sollte der Arzt/die Ärztin während der Untersuchung erklären, was gerade passiert – etwa, dass er mit dem Finger Gebärmutter und Eierstöcke abtastet. Während die Patientin ihre Periode hat, wird übrigens nicht untersucht – nur in Notfällen.

Müssen die Eltern zustimmen?

Grundsätzlich unterliegen Ärzte der Schweigepflicht. Das heißt: Vom Frauenarztbesuch müssen die Eltern nichts erfahren. Für unter 14-Jährige kann es allerdings schwierig werden, verschreibungspflichtige Verhütungsmittel zu bekommen. Laut BZgA werden hier in der Regel die Eltern in die Entscheidung einbezogen.

Zwischen 14 und 16 kann die Pille auch ohne deren Zustimmung verschrieben werden – allerdings nur, wenn der Frauenarzt/die Frauenärztin der Meinung ist, die Patientin ist geistig reif genug, um die Bedeutung ihrer Entscheidung zu verstehen. Ab 16 müssen die Eltern dann nicht mehr zustimmen, wenn es um ein Rezept für die Pille oder einen Vaginalring geht.