Ausreden können tödlich sein

In Print-Anzeigen, Radio- und TV-Spots wird den Menschen der Spiegel vorgehalten und mit einem Augenzwinkern gezeigt, welche Folgen Ausreden für die Gesundheit haben können. (Foto: Felix Burda Stiftung)
In Print-Anzeigen, Radio- und TV-Spots wird den Menschen der Spiegel vorgehalten und mit einem Augenzwinkern gezeigt, welche Folgen Ausreden für die Gesundheit haben können. (Foto: Felix Burda Stiftung)

Neue Werbekampagne zur Darmkrebsvorsorge verzichtet erstmals auf Prominente.

(dbp/fru) Jedes Jahr erkranken mehr als 62.000 Menschen an Darmkrebs und hoffen auf Heilung. Rund 26.000 Menschen sterben jährlich daran. Seit bereits 15 Jahren initiiert die Felix Burda Stiftung deshalb gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. und der Stiftung LebensBlicke den Darmkrebsmonat März.

Die neue Werbe-Kampagne der Felix Burda Stiftung thematisiert erstmals sehr deutlich den Tod als mögliches Szenario. Auf prominente Testimonials wurde bewusst verzichtet. „Wir haben uns für diesen neuen Weg, mit dem Tod als „Holzhammer“ entschieden, um all diejenigen aufzurütteln, die das Thema Darmkrebsvorsorge bislang noch vor sich hergeschoben haben. Damit niemand die Chance verpasst, durch rechtzeitige Vorsorge gesund zu bleiben“, so Carsten Frederik Buchert, Marketing-Leiter der Stiftung.

Vorsorge wird vom Gehirn nicht honoriert

Der Hirnforscher Dr. Kai Fehse von der LMU in München hat die Felix Burda Stiftung auf dem Weg zur neuen Strategie beraten. Er weiß, warum dieses Verhalten menschlich ist und was das Gehirn damit zu tun hat: „Der Mensch handelt danach, was ihm sofortige Belohnung, Freude verspricht. Der Grund dafür liegt in einem Areal unseres Gehirns, dem medialen Präfrontalkortex. Dort wird Dopamin, im Volksmund auch das Glückshormon genannt, ausgeschüttet. Ausreden, wie Yoga oder Shopping, versprechen eine sofortige positive Empfindung. Beim Thema Vorsorge tritt die Belohnung, also die Freude über die eigene Gesundheit, sehr viel später ein, als das was man dafür machen muss. Daher schiebt man die Vorsorgeuntersuchung gerne in die Zukunft, oder verwirft sie gleich komplett.“

Das menschliche Gehirn ist jedoch fähig, Ausreden zu übergehen und durch Wissen und Informationen Entscheidungen zu treffen, die erst im Nachhinein das Belohnungssystem ansprechen. Voraussetzung ist, dass einem bewusst gemacht wird, dass ein Nicht-Handeln oder Aufschub der Vorsorgeuntersuchung das Leben unter Umständen drastisch verkürzen kann. Die Werbekampagne baut auf diesen Erkenntnissen aus der Hirnforschung auf. Der Tod durch Darmkrebs wird bewusst angesprochen. Es wird verdeutlicht, dass ein Aufschieben der Vorsorgeuntersuchung unter Umständen bedeutet, dass Vorstufen nicht rechtzeitig erkannt und entfernt werden können und der Krebs sich dadurch ungehindert entwickeln kann.

Darmspiegelung ist bestes Vorsorgeinstrument

Die Darmspiegelung (Koloskopie) durch den Spezialisten ist das beste und sicherste Vorsorgeinstrument gegen Darmkrebs. Sie ermöglicht nicht nur eine  umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie z. B. das Abtragen von Polypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs) oder die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) für weitere Laboruntersuchungen.

Eine Darmspiegelung ist risikoarm und lässt sich im  Allgemeinen schmerzfrei durchführen. Sie dauert in der Regel nur ca. 15 Minuten. Hierbei wird der leere Darm mit einem dünnen flexiblen Schlauchsystem, welches mit einer hochempfindlichen Videokamera ausgerüstet ist, untersucht. Ab dem Alter von 55 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Untersuchung. In Verdachtsfällen, wie zum Beispiel einer erblichen Belastung oder anhaltenden Bauchschmerzen werden die Kosten unabhängig vom Alter von den Krankenkassen übernommen.

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