Augengesundheit wird oft vernachlässigt

Menschen können in ihrem Leben selbst auf viele Dinge achten, damit der Sehsinn möglichst lange erhalten bleibt. (Foto: Fotolia / ulza)
Menschen können in ihrem Leben selbst auf viele Dinge achten, damit der Sehsinn möglichst lange erhalten bleibt. (Foto: Fotolia / ulza)

Viele Menschen tun zu wenig für die Erhaltung ihres Sehsinns.

(iwg/fru) Der Sehsinn wird von vielen Menschen als der wichtigste empfunden. Laut einer Umfrage würden drei Viertel aller Deutschen eher auf zehn Lebensjahre verzichten, anstatt auf ihr Augenlicht. Trotzdem tun Jung und Alt zu wenig dafür, ihren Sehsinn zu schützen und zu erhalten. Dabei verändert eine nachlassende Sehschärfe die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen – die Folgen können gravierend sein.

Grundstein wird im Kindesalter gelegt

Getreu dem Motto „Was Hänschen nicht sieht, sieht Hans nimmer mehr“ sind die ersten Jahre für Kinderaugen von entscheidender Bedeutung: „Die Nervenverbindungen für das Sehen entwickeln sich bis zum 7. Lebensjahr. Passiert das nicht, werden sie folglich auch später nicht zustande kommen. Kinder mit unentdeckten Sehschwächen lernen aus diesem Grund nie richtig sehen“, erläutert Privatdozent Dr. Wolfgang Wesemann, ehemaliger Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik (HFAK) in Köln auf den Seiten des Kuratoriums Gutes Sehen (KGS). Deshalb sollten die Kleinen spätestens bis zum dritten Lebensjahr einmal dem Augenarzt vorgestellt werden, bei bekannten Augenproblemen in der Familie bereits zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat.

Laut dem Bundesverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) werden 60 Prozent der Sehschwächen bei Kindern zu spät erkannt. Jedes zehnte Kind sieht schlecht, obwohl eine lebenslange Sehschwäche bei rechtzeitiger Behandlung verhindert werden könne. „Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt verschaffen Klarheit und Sicherheit“, so der BVA. Hier sind die Eltern der Kinder in der Pflicht. Bestünden Bedenken, dass mit den Augen irgendetwas nicht in Ordnung ist oder gebe es gar deutliche Anzeichen wie Schielen oder Lichtscheu, sollte das Kind möglichst rasch augenärztlich untersucht werden – unabhängig vom Alter.

Vorsorge auch bei Erwachsenen wichtig

Menschen können einiges tun, um ihren Sehsinn möglichst lange zu erhalten. Demnach versorgt laut BVA eine ausgewogene, gesunde Ernährung die Augen mit allen Vitaminen, die sie benötigen. Auch körperliche Bewegung tut nicht nur im Allgemeinen gut, sondern ist zugleich ein gutes Training für die Sehfähigkeit. Denn alles, was die Durchblutung fördert und verbessert, sei gut für die Augen, so der BVA. Und natürlich ist auch der Schutz vor schädlichen UV-Strahlen besonders wichtig.

Um mögliche Augenerkrankungen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können, ist eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt sinnvoll. Gerade die gefährlichen Augenkrankheiten der späteren Lebensjahre bleiben lange Zeit beschwerdefrei. Glaukom, diabetische Retinopathie und Altersbedingte Makuladegeneration (ADM) sind laut KGS in Deutschland mit die häufigsten Gründe für den Bezug von Blindengeld. Je früher diese „Volkskrankheiten“ erkannt werden, desto besser sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Deshalb sollten die Augen ab Vierzig alle zwei Jahre, später in kürzeren Intervallen, augenärztlich untersucht werden.